Dagegen hat der erst 25-jährige Deutsche Martin Kaymer die historische Chance, mit einem Sieg am Sonntag bei den Andalucia Open in Valderrama den Superstar abzulösen. Knapp 25 Jahre nach Bernhard Langer wäre der Shootingstar aus Mettmann der zweite deutsche Golfprofi, der die Spitze des Rankings erobern würde.Komplizierte Weltrangliste„Der Gedanke an die Nummer 1 spielt in meiner Turniervorbereitung derzeit keine Rolle. Ich wollte mich in diesem Jahr weiter verbessern und das ist mir gelungen. Ich habe hoffentlich noch viele Karriere- Jahre vor mir und möchte mich auf lange Sicht in der Weltspitze etablieren“, sagte Kaymer in typischer Bescheidenheit vor dem Start am Donnerstag in Südspanien. Aber nur die verrückte Arithmetik der Weltrangliste macht den Sprung an die Top-Position erst möglich.Woods elf Jahren fast immer Nummer eins Woods' insgesamt elf Jahre und 51 Wochen andauernde Regentschaft – mit kurzen Unterbrechungen – geht zu Ende, weil der Kalifornier in dieser Saison noch kein Turnier gewonnen hat. Zudem verzichtet der 34 Jahre alte Sport-Milliardär bis in den November hinein auf weitere Starts, so dass der derzeit verletzt pausierende Weltranglistenzweite Lee Westwood automatisch den Spitzenplatz übernehmen müsste.Gewinnt aber Kaymer nach drei Siegen in Serie auch das mit drei Millionen Euro dotierte Turnier von Valderrama, überholt der Rheinländer auch Westwood. Selbst ein geteilter zweiter Platz würde ihm reichen. Für jeden Rivalen kommen die Punkte ins Spiel, die er in der Wertung über die vergangenen 24 Monate auf den wichtigsten Turnierserien der fünf Kontinente gewonnen oder verloren hat.Kaymer hat heuer bereits über 3,1 Millionen Euro verdient„Wenn ich es schaffe, würde ich nicht Nein sagen“, meinte Kaymer. Zudem kann der Deutsche auch sein ursprüngliches Jahresziel, den erstmaligen Gewinn der europäischen Geldrangliste (Race to Dubai), Ende November in Dubai verwirklichen. Kaymer führt das Ranking mit 3,134 Millionen Euro vor dem Nordiren Graeme McDowell (2,138) an.„Für mich ist Lee Westwood derzeit die Nummer eins, aber wenn ich eine Chance habe, nehme ich sie natürlich gerne wahr“, sagt Kaymer. Langer war bei Einführung der Weltrangliste vom 7. bis 27. April 1986 Weltranglisten-Erster. Der zweimalige Masters-Sieger aus Anhausen gewann die europäische Geldrangliste 1981 und 1984, spielt aber seit August 2007 fast ausschließlich auf der US-Seniors-Tour.Kaymers Erfolgsbilanz steht bei bisher acht Turniersiegen auf der Europa-Tour – inklusive des US-PGA-Championship-Major-Erfolges, der ihm die fünfjährige Spielberechtigung für die lukrativere US-PGA-Tour einbrachte. Noch zögert Kaymer, wo er in der kommenden Saison seinen Schwerpunkt setzen will.dpa