Mehr als 170 Jugendtrainer aus ganz Südtirol waren in den Tannerhof nach Girlan gekommen, um von den Profis des FC Südtirol Einblick in deren Arbeitsweise zu bekommen. Der Präsident des FCS, Walter Baumgartner, lobte die immer bessere Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und dem einzigen Profiverein im Land. Die Partnerschaft zwischen dem VSS und dem FCS laufe auf ein gemeinsames Ziel hinaus: den Fußball in Südtirol zu verbessern.Stroppa fordert Leidenschaft und SpaßDen Reigen der Expertenrunde eröffnete Ex-Profi Giovanni Stroppa, seit Anfang der Saison Trainer der ersten Mannschaft des FCS. Es sei wichtig, als Trainer mit viel Enthusiasmus zu arbeiten, wobei im Jugendbereich das Hauptaugenmerk auf die Erlernung der Basistechnik liegen solle, betonte Stroppa. Es gehe darum, jeden Spieler individuell weiterzubringen. „Ich sehe oft, dass Trainer tolle Übungen machen, dabei jedoch oft viel zu wenig auf den Einzelnen eingehen“, so der ehemalige Milan-Nachwuchstrainer.Gerade bei Kindern und Jugendlichen solle die Technikausbildung zwischen 80 und 90 Prozent des Trainingsumfangs ausmachen. Bis zu einem Alter von bis zum 14 Jahren könne man die Athletik vernachlässigen, viel wichtiger sei der Umgang mit dem Ball.Sebastiani will spielerisches ElementAlfredo Sebastiani ist nach seinem Intermezzo als Trainer der FCS-Profis nun wieder für die A-Jugend des Vereins zuständig. Auch für ihn steht das Eingehen auf den Einzelnen im Vordergrund. Man müsse akzeptieren, dass es nun einmal verschiedene Spielertypen gebe, betonte der Nachwuchstrainer.Aufbauend auf diese Analyse solle man dann an den Stärken des Einzelnen arbeiten. „Es gibt jene mit viel Übersicht, die oft zwar etwas langsamer sind als andere, die jedoch prädestiniert sind für eine Rolle im Mittelfeld als Ballverteiler“, meinte der Fußballlehrer. Andere wären schneller, dafür oft nicht so sicher am Ball. Dies seien Spieler, die man auf den Flügeln einsetze.Im Jugendbereich gehe es vor allen Dingen um das spielerische Element, betonte Sebastiani. Nur durch viel Spielpraxis würden sich die Kinder genau jene Koordination aneignen, die Basis sei für ihre zukünftige Entwicklung.„Die motorischen und koordinativen Fähigkeiten entwickeln sich zwischen sechs und elf Jahren“, so Sebastiani, „und die beste Möglichkeit, um diese zu fördern, ist das Spiel.“Nach den beiden Trainern hielt Giorgo Merola einen Vortrag über umgesetzte Projekte im Bereich der Auto-Effizienz und Selbstmotivation. Der Sportpsychologe, der auch für den FCS arbeitet, zeigte an einem Beispiel mit Torhütern in Rom auf, wie die Sportpsychologie Anteil an der positiven Entwicklung eines jeden Einzelnen haben kann.kls