„Ich habe nicht gewusst, was es ist, aber schon etwas gespürt“, schilderte der vierfache Weltcup-Gesamtsieger den Schockmoment, der Zuschauern den Atem stocken ließ. „Ich habe gedacht, dass ein Rutscher hinter mir ist oder eine Stange.“Hirscher: "Fokussiert geblieben - eine Sauerei"Deshalb sei er weiter „fokussiert und konzentriert geblieben“. Als der 26-Jährige dann die TV-Bilder von der haarscharf hinter ihm sich in ihre Bestandteile zerbröselnden Drohne sah, war aber auch er geschockt. „Eine absolute Frechheit. Man darf gar nicht nachdenken, was da passieren kann“, betonte Hirscher.Trotz allem hat Hirscher mit Rang zwei im Weltcup-Nachtslalom am Dienstagabend in Madonna di Campiglio wieder die Führung in der Gesamtwertung erobert (STOL hat berichtet). OK-Chef: „Bin schockiert“Der Präsident des Organisationskomitees des Weltcup-Bewerbes in Madonna, Lorenzo Conci, zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen von dem Vorfall. „Ich kann nur meine persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringen. Ich bin schockiert, dass so etwas passiert ist. Wir haben sehr, sehr viel Glück gehabt“, sagte Conci.„Wir vom Organisationskomitee haben keinen Einfluss darauf gehabt. Verantwortlich für die Drohne war der TV-Rechtehalter Infront“, erklärte der Italiener.„Ich habe mit Marcel Hirscher und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gesprochen und mich bei ihnen entschuldigt.“FiS: „Darf nie wieder passieren“Der Ski-Weltverband FIS hat eine umfassende Aufklärung des Drohnen-Zwischenfalls angekündigt. Man werde mit allen beteiligten Parteien zusammenarbeiten, um zu erfahren, wie es zu dem Unfall kommen konnte, hieß es in einer Stellungnahme am Mittwochmorgen. „So etwas darf nie wieder passieren“, schrieb die FIS.Drohnen-Nutzer verspricht technische Analysen Der TV-Rechteinhaber Infront entschuldigte sich in der FIS-Mitteilung bei Hirscher und der FIS für den „unglücklichen Zwischenfall“ und kündigte detaillierte technische Analysen und „so bald wie möglich“ weitere Informationen an.Drohnen in Italien erlaubtIm Gegensatz zu Österreich oder Deutschland ist es in Italien erlaubt, bei Ski-Rennen eine Drohne einzusetzen. „Es war aber ausgemacht, dass der Pilot nicht über die Strecke fliegt, sondern nur über den Korridor“, sagte der Renndirektor Markus Waldner.apa/dpa