Donnerstag, 09. März 2017

Historische Fußball-Nacht in Barcelona – „Wie ein Horrorfilm“

Das gab es in der Champions League noch nie. Barcelona stehen nach einem historischen Fußball-Spiel zum 10. Mal in Folge im Viertelfinale. Spanien feiert die größte „Remuntada“ (Aufholjagd) der Geschichte.

Irgendwo unter diesem Jubelhaufen liegt Sergi Roberto, der Torschütze des entscheidenden 6. Barcelona-Treffers.
Irgendwo unter diesem Jubelhaufen liegt Sergi Roberto, der Torschütze des entscheidenden 6. Barcelona-Treffers. - Foto: © APA/AFP

6:1 nach 0:4! Mit drei Toren in den letzten sieben Minuten hat der FC Barcelona das Fußball-Wunder geschafft und erstmals in der Champions-League-Geschichte einen Vier-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel im Rückspiel noch aufgeholt. Sogar Bayern-Star Franck Ribéry zollte den Katalanen Respekt: „Was für ein unglaubliches Spiel. Chapeau Barca, nicht schlecht!“

Nach der magischen Nacht im Camp Nou sagte Barca-Trainer Luis Enrique, der den Club zum Saisonende verlässt: „Wir haben immer an uns geglaubt. Das Team war spektakulär. Wir wurden am Ende belohnt.“ Er meinte: „Mit Worten ist es schwer zu erklären, es war wie ein Horrorfilm.“

Verteidiger Samuel Umtiti stellte erstaunt fest: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Wenn wir so spielen sind wir sehr stark.“ Club-Präsident Josep Maria Bartomeu jubelte: „Das ist eine historische Leistung, die für immer in Erinnerung bleiben wird.“

Drei Wochen nach der 0:4-Packung bei Paris St. Germain stürzten die Katalanen die Franzosen ins Tal der Tränen. Unai Emery, der spanischer Trainer der so bitter geschlagenen Pariser, klagte: „Wir haben alles in den letzten Minuten verloren.“

Der Held im Camp Nou hieß Sergi Roberto, der in der fünften Minute der Nachspielzeit entscheidend traf – er wurde von seinen Teamkollegen auf Schultern getragen. Sogar Torwart Marc-André ter Stegen hatte in der Nachspielzeit mit gestürmt.

Luis Suárez (3.), Layvin Kurzawa (40./Eigentor), Argentiniens Superstar Lionel Messi (50./Foulelfmeter) sowie der Brasilianer Neymar (88./90+1/Foulelfmeter) erzielten die weiteren Barça-Treffer. Edinson Cavani (62.) hatte mit dem Auswärtstor für die Pariser zum 1:3 zunächst für Ernüchterung bei den Gastgebern gesorgt.

Außergewöhnliche Auswirkungen des außergewöhnlichen Erfolges sieht Barcelona-Verteidiger Gerard Piqué voraus: „Die Krankenhäuser sollten in den nächsten neun Monaten mehr Hebammen einstellen, denn heute Nacht wird es viel Liebe geben.“ Zur Erinnerung: Piqué ist mit der Sängerin Shakira liiert und hat mit ihr 2 Kinder.

dpa

stol