Sonntag, 13. August 2017

Iran: Ausschluss von Fußballern wird Politikum

Der Ausschluss von zwei Schlüsselspielern der iranischen Fußball-Nationalelf aus dem Team wegen eines Spiels gegen eine israelische Mannschaft wird im Iran zu einem Politikum.

Teheran erlaubt es iranischen Sportlern seit über 38 Jahren nicht, gegen Israelis anzutreten.
Teheran erlaubt es iranischen Sportlern seit über 38 Jahren nicht, gegen Israelis anzutreten. - Foto: © shutterstock

Nun soll der Fall vom Nationalen Sicherheitsrat untersucht werden, sagte Sportminister Massud Soltanifar am Sonntag. Außerdem sollen die beiden Spieler, Kapitän Massoud Schojaei und Ehsan Hajsafi, sich zu der Angelegenheit äußern dürfen, teilte der Minister laut Nachrichtenagentur Fars mit.

Hintergrund der in der Zwischenzeit hitzigen Diskussion im Iran ist das Europa-League-Spiel zwischen Panionios Athen und Maccabi Tel Aviv in Athen. Schojaei und Hajsafi spielten in der – für ihren Club Panionios wichtigen – Partie mit. Wegen der politischen Spannungen mit Israel erlaubt Teheran es iranischen Sportlern seit über 38 Jahren nicht, gegen Israelis anzutreten.

Ausschluss der Spieler führt zu Protesten

Das Sportministerium schloss beide Spieler aus dem Nationalteam aus. Sie hätten eine „rote Linie überschritten“, begründete Vizesportminister Mohamed Resa Dawarsani die Entscheidung. Der Ausschluss führte jedoch zu Protesten von Fußballfans, denen sich auch ehemalige Nationalspieler wie die Ex-Bundesligaprofis Mehdi Mahdavikia oder Ali Karimi anschlossen.

Die Fans befürchten, dass der Weltverband FIFA den Iran wegen der politischen Einmischung für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland sperren könnte, für die das iranische Team sich bereits qualifiziert hat. Ein möglicher WM-Ausschluss dürfte nach Ansicht von Beobachtern auch der Grund sein, weshalb das Sportministerium den Fall nun noch einmal untersuchen will.

dpa

stol