Der bisherige Verlauf der Naturbahnrodelsaison lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu, als dass die Südtiroler bei der Junioren-WM an diesem Wochenende (29. bis 31. Jänner) auf der Bahn „Pfösl-Riep“ in Deutschnofen die Gejagten sind. Angeführt wird das starke heimische Team von Alex Gruber und Hannes Clara. Der 17-jährige Villanderer Gruber hatte sich sowohl den Intercontinentalcup in Passeier als auch den Italienmeistertitel in Laas geholt und dabei beide Male Weltmeister Patrick Pigneter besiegt. Bei der Europameisterschaft in St. Sebastian fuhr er vor einer Woche als Vierter ebenfalls mitten in die Weltspitze. Der 19-jährige Gadertaler Hannes Clara, 2008 schon Junioren-Vizeweltmeister in Latsch, stieg beim Weltcup in Umhausen als ausgezeichneter Zweiter aufs Stockerl und empfahl sich dann auch noch als Sechster bei der Europameisterschaft für die Junioren-WM. Mit seinem ersten Weltcupsieg am Sonntag in Latsch ließ er nochmals aufhorchen.Ebenfalls für die WM qualifiziert haben sich Florian Gruber, Simon Rungger und Lukas Brunner. Simon Kainzwaldner und Martin Kerschbaumer fahren am Freitag im Training um den letzten der insgesamt sechs Startplätze für die Südtiroler.Bei den Juniorinnen steht hingegen seit Sonntagabend fest, wer die vier verfügbaren Startplätze der italienischen Mannschaft einnimmt: Die 18-jährige Evelyn Lanthaler ist spätestens seit ihrem Vize-Europameistertitel von vergangener Woche die Topfavoritin. Die Passeirerin hat sich auch schon im Weltcup etabliert – im vergangenen Jahr belegte sie Rang vier in der Gesamtwertung. In den vergangenen Wochen haben sich noch andere Südtirolerinnen in den Favoritenkreis gefahren: Jasmin Gögele (17) und Alexandra Obrist (16) waren bei der Italienmeisterschaft Anfang Jänner in Laas schneller als Lanthaler. Obrist wurde bei der EM Sechste. Die Vierte im Bunde der Südtiroler Starterinnen ist Andrea Vötter.Das Kunststück, alle vier WM-Titel (Damen, Herren, Doppel, Team) abzuräumen, wie es den Südtirolern vor einem Jahr bei der WM in Passeier gelungen ist, wird den Südtirolern diesmal wohl verwehrt bleiben: Nachdem sich Tobias Mair, der mit Simon Kainzwaldner das Doppel bilden sollte, verletzt hat, geht der Doppelsitzerbewerb möglicherweise ohne Südtiroler Beteiligung über die Bühne.Die Deutschnofner Organisatoren rund um ihren OK-Chef Christian Gallmetzer erwarten sich jedenfalls eine Junioren-WM auf höchstem sportlichem Niveau. Bei den Vorbereitungstrainings des Südtiroler Landeskaders auf der „Pfösl-Riep“ wurden die Weltcupzeiten vom vergangenen Jahr erreicht. „Ich bin jetzt seit 25 Jahren im Rodelsport dabei. Aber so stark war der Nachwuchs noch nie“, staunte auch Martin Mittermair, Rodelsektionsleiter im ASV Deutschnofen.Auch die Statistik spricht für die Südtiroler: Bei den bisher ausgetragenen sechs Juniorenweltmeisterschaften auf Naturbahn holten sich Teilnehmer aus Italien sage und schreibe 34 der 54 möglichen Medaillen. Der größte Teil davon geht auf das Konto der Südtiroler.