„Vom Potenzial her müsste diese Mannschaft ganz anders dastehen“, sagte Zaccheroni am Sonntagabend ein – wenige Minuten zuvor hatte „La Vecchia Signora“ bei Sampdoria Genua am 29. Spieltag der Serie A mit 0:1 verloren.Es war die zweite Pleite von Diego & Co innerhalb weniger Tage nach dem bitteren Europa-League-K.o. gegen Fulham. Hinter Titelverteidiger Inter Mailand (60 Punkte), Milan (59), Roma (56), Palermo und Sampdoria Genua (beide 47) ist Juve (45) nur Tabellensechster.„Das waren verheerende Tage. Wir werden schon ab Dienstag ins Trainingslager gehen, um uns auszusprechen“, kündigte Juve-Kapitän Alessandro Del Piero noch in der Nacht zum Montag Sofortmaßnahmen an, um den Absturz zu verhindern. Die Spieler selbst hätten sich dazu entschlossen, betonte der Nationalspieler. „Wir müssen uns wieder fangen, mental und körperlich wieder zu Kräften kommen“, erklärte der Stürmer. Die Partie am Donnerstagabend bei Neapel ist für Juve ein Schicksalspiel. „Auf dieses Spiel müssen wir uns so gut wie möglich vorbereiten“, sagte Del Piero.Das Match gegen Sampdoria wollte die Mannschaft dabei so schnell wie möglich abhaken. Gegen das Team aus Genua hatte Juve am Sonntagabend auch Pech: Antonio Cassano bescherte den Platzherren mit einem Sonntagsschuss aus 30 Metern in der 77. Spielminute den wichtigen Sieg. „Cassano versenkt Juve“, titelte die „Gazzetta dello Sport“ am Montag. Juve-Torwart Antonio Chimenti machte bei Cassanos wuchtigen Fernschuss keine glückliche Figur. „Sein Fehler hat die Partie entschieden“, meinte Trainer Zaccheroni.Dem Ersatzmann für den verletzten Nationalkeeper Gianluigi Buffon allein wollte der Coach aber nicht die Schuld an der Niederlage geben: „Die gesamte Mannschaft muss jetzt mehr leisten“, mahnte „Zac“. Er war vor wenigen Wochen als Interimslösung für den von seinem Traineramt entbundenen Ciro Ferrara gekommen.Zaccheronis Aufgabe lautet: Einzug in die Champions League. Juves Minimalziel in dieser Saison aber ist in Gefahr, weil die Mannschaft kraftlos ist, Neuzugänge wie der Ex-Bremer Diego nicht so eingeschlagen sind, wie man sich das im Piemont erhofft hatte, und das Team durch viele Verletzungen nie richtig zueinander gefunden hat. Mit Kampf und Willenskraft wollen Zaccheroni und Del Piero nun die Wende erzwingen. In Neapel wird sich zeigen, ob dies gelingt. dpa