Donnerstag, 18. Mai 2017

Juventus-Boss will Schwarzhandel mit Tickets bereinigen

Im Skandal um mögliche Kontakte zwischen Fangruppen von Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin und der kalabrischen Mafia hat Juve-Präsident Andrea Agnelli vor der Anti-Mafia-Kommission des italienischen Parlaments ausgesagt.

Andrea Agnelli
Andrea Agnelli - Foto: © LaPresse

Agnelli muss sich seit einiger Zeit gegen Vorwürfe wehren, er habe nichts unternommen, um den Schwarzhandel mit Tickets zu unterbinden.

So soll er Mitarbeiter und Führungspersonal nicht davon abgehalten haben, dass Ultras mit Kontakten zur Mafia über Jahre hinweg an Eintrittskarten zum Weiterverkauf gekommen sind. „Ob der Schwarzhandel mit Eintrittskarten existiert? Sicherlich ja und er muss durchkreuzt werden“, zitierte die Nachrichtenagentur ANSA aus Agnelli Anhörung am Donnerstag.

Der Juventus-Boss gab an, er habe stets die Weitergabe von Tickets unterbinden wollen und angeordnet, dass die Eintrittskarten verkauft werden. Die Frage sei, was nach dem Verkauf mit den Tickets geschehen sei. „Wir müssen Lösungen für die Zukunft finden. Ich nehme zur Kenntnis, dass es Unregelmäßigkeiten gab und dass diese bereinigt werden müssen“, betonte Agnelli.

Der Sprecher einer Ultra-Gruppe soll als Verbindungsglied zwischen den Juve-Fans und der kalabrischen Mafia Ndrangheta fungiert und das Geschäft mit den Tickets neu geordnet haben – sprich, Fankontingente teuer weiterverkauft haben. Agnelli sagte am Donnerstag, der Club habe diese Person nicht als Ansprechpartner ausgewählt, das hätten die Fans selbst gemacht.

Kommissionsmitglied Marco Di Lello zeigte sich angesichts der Bereitschaft Agnellis, zur Aufklärung beizutragen, zufrieden. Das Ziel sei nun, noch vor dem Sommer dem Parlament Vorschläge zu unterbreiten, wie dem Schwarzhandel mit Tickets rechtlich entgegengewirkt werden könnte.

apa/dpa

stol