Sonntag, 17. April 2016

Keine Panik bei Hamilton: „Keine dunkle Wolke über mir“

Ein defektes Getriebe schon vor dem Training, ein streikendes Energie-Rückgewinnungssystem in der Qualifikation, ein Unfall am Start des Rennens – Hamilton ist während des Formel-1-Wochenendes in Shanghai vom Pech verfolgt gewesen.

Bei Lewis Hamilton läuft es derzeit nicht wirklich rund.
Bei Lewis Hamilton läuft es derzeit nicht wirklich rund. - Foto: © LaPresse

„Es ist so viel passiert, ich kann mich gar nicht an alles erinnern“, meinte der 31-Jährige. Dennoch bleibt er gelassen. „Da ist keine dunkle Wolke über mir“, sagte er.

Am Sonntag rettete er sich nach fünf Boxenstopps als Siebenter ins Ziel. Schlechter klassiert war Hamilton seit November 2013 nicht mehr, als er in Brasilien nicht über Platz neun hinaus kam. Sein Vorhaben war eigentlich eine fulminante Aufholjagd vom letzten Startplatz weg. Laut Mercedes-Berechnungen hätte er bei einem fehlerfreien Rennen sogar auf das Podest fahren können – nur wurde dieses Ziel durch neue Missgeschicke behindert.

Gleich nach dem an sich gelungenen Start kollidierte er mit dem Sauber von Felipe Nasr. Dabei ging sein Frontflügel zu Bruch und rutschte unter sein Auto, wodurch auch der Unterboden und die Aufhängung beschädigt wurden. Der Mercedes habe sich nachher „wie ein Säulen-Bett“ angefühlt, meinte Hamilton. Der Reifenverschleiß war höher als im Normalfall, weshalb er immer wieder Zeit an der Box verlor.

Aus der Fassung brachte den Engländer der nächste Tiefschlag aber nicht. „Nein, da ist keine dunkle Wolke über mir“, versicherte Hamilton, der zuletzt im Oktober des Vorjahres in Austin gewann. 36 Punkte liegt der Engländer als WM-Zweiter nach nur drei Saisonläufen schon hinter dem davoneilenden Teamkollegen Nico Rosberg.

Verpatzte Starts in Australien und Bahrain hatten Hamilton bereits vor dem China-Trip ins Hintertreffen gebracht. Doch hätte er wohl vor ein paar Jahren noch seinem Frust über die Negativserie freien Lauf gelassen, ruht er inzwischen gereift in sich. „Wir sind gestolpert, aber wir stehen wieder auf und kommen stärker zurück“, sprach Hamilton fast im Stil eines Zen-Meisters.

„Er hat sich als Mensch gefunden. Trotz all des Drucks geht er seinen Weg“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über seinen Superstar. Hamilton werde sich definitiv nicht aus der Bahn werfen lassen. „Seine Entwicklung als Person ist überwältigend“, meinte Wolff.

apa/dpa/reuters/sda 

stol