Damit hat der 29-jährige Bozner nach Zwergenkönig und Drachenblut bei der Namensgebung sein Faible für die Sagenwelt erneut untermauert.Im Travenanzestal zwischen Toblach und Cortina d’Ampezzo befinden sich Wasserfälle, auf denen Alpinisten in den vergangenen Wintern bereits Routen eröffnet haben. Dort hat Riegler eine Höhle entdeckt, in der er an den zum Teil eisbedeckten Wänden eine neue Linie hochziehen wollte. Ende März fuhr zu er zur Grotte und kletterte die ersten Meter auf Eis empor, dann durch Rinnen und Überhänge auf Fels, später wieder von Eiszapfen zu Eiszapfen bis hinauf zum letzten großen Teil der vereisten Wand. „Der erste Teil der Route war sehr schwierig. In einem sehr heiklen Teil des Parcours ist mir an einer spröden Stelle ein Bohrhaken gebrochen und ich bin zehn Meter abgestürzt. Später hat auch noch ein Eiszapfen, an den ich mich gerade mit meinem Eispickel hochzog, nachgegeben und mich in die Tiefe gerissen. Es war alles andere als ein Kinderspiel“, so der Athlet vom SALEWA-alpineXtrem-Team. Der 29-Jährige musste den gesamten Überhang im ersten Teil der Route mit rund 20 Bohrhaken versehen, um Kraft zu sparen für den zweiten Teil in der Felswand, die 50 Meter hoch ist. „Ich habe die Höhle mehrere Male besichtigt und war überzeugt davon, dass es machbar ist. Allerdings war ich mir vom ersten Moment an bewusst, dass es sich um eine sehr schwere Route handelt. Und so musste auch ich mehrere Male aufbrechen, um ans Ziel zu gelangen. Genau wie Dolasilla. Nur dass meine Eispickel nicht so unfehlbar waren, wie die Pfeile der Kriegerprinzessin der Fanesleute“, so der Obstbauer verschmitzt. Dolasilla wurde als Mixedroute des Schwierigkeitsgrades M13- eingestuft.