Die Mannschaft von Claude Puel habe im Stade Gerland „einen Alptraum“ und „eine kollektive Pleite“ erlebt, schreibt die Sportzeitung „L'Équipe“ am Mittwoch. „Le Progrès“, eine Regionalzeitung aus Lyon, titelt auf Seite Eins über dem Foto eines niedergeschlagenen Tormanns Hugo Lloris in großen Lettern: „Die große Enttäuschung“. Allerdings waren nicht alle Franzosen nach dem Abpfiff traurig. Nationaltrainer Raymond Domenech machte keinen Hehl daraus, dass ihm das Ausscheiden seines Stammvereins sehr gelegen kommt.„Niederlage macht WM-Vorbereitung einfacher“Kurz vor dem Anpfiff hatte der 58-Jährige nach einem Bericht der französischen Zeitung „Le Parisien“ (Mittwochausgabe) gesagt: „Ich würde es ganz egoistisch vorziehen, die Lyon-Spieler vor dem Finale der Champions League zur Verfügung zu haben. Sollten sie verlieren, würde das die Vorbereitung auf die WM vereinfachen“. Er spreche aber als Trainer, nicht als Fan. Dabei gilt Domenech als Legende bei den Lyonnaisen. Als Profi-Spieler begann er seine Karriere 1969 im Stade Gerland. In acht Jahren bestritt er 246 Pflichtspiele im Trikot von OL. Domenech coachte außerdem Lyon zwischen 1989 und 1993.Dass Domenech nun die Lyon-Profis schon zu Beginn des WM- Trainingslagers am 18. Mai in der rund 2000 Meter hoch gelegenen Alpen-Gemeinden Tignes zur Verfügung haben wird, statt erst nach dem Champions-League-Endspiel am 22. Mai, ist für die Franzosen aber kein Trost. „Einsargung“ Lyons durch die BayernDas Blatt „Liberation“ schreibt von einer „Einsargung“ Lyons durch die Bayern.„Hart, hart ...“ war die Niederlage nach Meinung der Traditionszeitung „France Soir“, die außerdem von einer „Demütigung“ schreibt. Bayern München habe Lyon „zermalmt“, klagt das angesehene Blatt „Le Figaro“. Nach Ausreden sucht man bei Lyon nicht. „Uns wurde eine Lektion erteilt, die Bayern waren viel besser“, räumte Innenverteidiger Jean-Alain Boumsong unumwunden ein.dpa