„So präsentiert sich kein Titelaspirant“, wetterte die spanische Sportzeitung „AS“ am Mittwoch. ManU dagegen wurde in der Heimat mit rauschendem Jubel empfangen: „Zwei-Tor-Roo macht sie fertig!“, frohlockte die Boulevardzeitung „The Sun“. Die „Daily Mail“ kürte Matchwinner Wayne Rooney zum „Hero von San Siro“.Paul Scholes hatte Ronaldinhos frühen Führungstreffer (3. Minute) in der 36. Minute ausgeglichen und damit das erste Tor für ManU bei Milan seit 52 Jahren erzielt. Dann schoss Rooney mit einem Kopfball-Doppelpack (66./74.) den Serie A-Club praktisch im Alleingang ab. Clarence Seedorf gelang nur noch der Anschlusstreffer (85.). Der furiose 3:2-Erfolg am Dienstagabend war ManU's erster Sieg in der Vereinsgeschichte bei Milan.„Rooney ist in unwiderstehlicher Form, er war großartig“, lobte Trainer Sir Alex Ferguson seinen Star. Auch Rooneys früherer Vereinskamerad David Beckham, der bis zu seiner Auswechslung (72.) hervorragend spielte, zeigte sich beeindruckt: „Ich habe immer gesagt, dass er der beste Torschütze der Welt ist.“ Beckham gibt sich aber noch nicht geschlagen: „Clarence' zweites Tor hat es möglich gemacht“, erklärte der Engländer vor dem Rückspiel am 10. März an seiner alten Wirkungsstätte.„Game over!“, heißt es lange noch nicht, meint auch Milan-Coach Leonardo: „Wir können mit zwei Toren Differenz in Manchester gewinnen“, glaubt der Brasilianer. Zu Recht, schließlich hätte Milan im Hinspiel zur Halbzeit gut und gerne mit 3:0 führen können.Während die Milan-Bosse ihrer Truppe Vorwürfe ersparten und Mut für das Rückspiel gegen ManU machten, las Reals Clubführung seinem Starensemble um Cristiano Ronaldo die Leviten. „Das 0:1 ist ein schlechtes Ergebnis, und wir haben schlecht gespielt“, sagte Reals Generaldirektor Jorge Valdano.Die 0:1-Niederlage bei Olympique Lyon rief in Madrid böse Erinnerungen wach. Die „Königlichen“ befürchten, wie in den vergangenen fünf Jahren in der Champions League bereits im Achtelfinale zu scheitern – und das nach einer Rekordinvestition von 250 Millionen Euro für neue Spieler.Die spanische Presse ließ kein gutes Haar an der Real-Elf. „Vor allem die großen Stars lieferten eine miserable Vorstellung, allen voran Kaká“, befand die Sportzeitung „Marca“. Dabei hätte der neunmalige Europacupsieger, der in seinen drei Spielen in Lyon drei Niederlagen kassierte, sogar noch höher verlieren können. Den Treffer für die Franzosen erzielte Jean Makoun mit einem herrlichen 20-Meter-Schuss. Die Madrilenen kamen erst in der Schlussphase ins Spiel, als bei den Platzherren die Kräfte ausgingen. „Olympique ließ Real mit dem Leben davonkommen“, meinte die Zeitung „El País“. dpa