Donnerstag, 01. Juni 2017

Martina Navratilova attackiert Margaret Court nach Lesben-Sager

Die 18-malige Grand-Slam-Turniersiegerin Martina Navratilova hat Australiens Tennis-Legende Margaret Court nach deren beleidigenden Aussagen über gleichgeschlechtliche Beziehungen heftig attackiert und fordert eine Umbenennung der Margaret-Court-Arena in Melbourne.

Martina Navratilova (links) reagiert heftig auf die beleidigenden Aussagen von Margaret Court (rechts) über die angebliche Zunahme von lesbischen Tennisspielerinnen.
Martina Navratilova (links) reagiert heftig auf die beleidigenden Aussagen von Margaret Court (rechts) über die angebliche Zunahme von lesbischen Tennisspielerinnen. - Foto: © APA/AFP

„Wir feiern die freie Rede, aber das bedeutet nicht, dass sie frei von Konsequenzen ist“, schrieb Martina Navratilova, selbst lesbisch, in einem Offenen Brief, der am Donnerstag vom australischen Medien-Unternehmen Fairfax Media veröffentlich wurde.

„Ihre Giftigkeit ist nicht nur eine Meinung. Sie versucht aktiv, lesbischen, schwulen, bisexuellen und Transgender-Menschen gleiche Rechte zu verwehren. Sie dämonisiert Transgender-Kinder und Transgender-Erwachsene überall“, schrieb Navratilova.

Die langjährige Nummer eins der Tennis-Welt forderte deshalb wie zuvor zahlreiche aktive Profis bei den derzeit laufenden French Open eine Umbenennung der Margaret-Court-Arena in Melbourne. Navratilova schlug stattdessen eine Evonne-Goolagong-Arena vor. Evonne Goolagong ist eine Aborigine, die 7 Grand-Slam-Titel gewann. „Das wäre eine Person, die wir alle feiern können“, schrieb Navratilova.

Court hatte am Mittwoch in der Radiosendung eines christlichen Senders gesagt: „Der Tennissport ist voll von Lesben.“ Man müsse diesen Menschen helfen, sagte Court, die in ihrer Karriere insgesamt 64 Grand-Slam-Titel im Einzel, Doppel und Mixed gewonnen hat. Schon zuvor hatte die Australierin mit inakzeptablen Aussagen für Aufsehen gesorgt. „Ich glaube an die Ehe als Vereinigung zwischen Mann und Frau, wie in der Bibel festgeschrieben.“ Zudem hatte sie Transgender-Kinder als „Werk des Teufels“ bezeichnet.

dpa

stol