Der Weltmeister von 1990 ist am Montag nach nur einem Jahr als Bulgariens Fußball-Nationaltrainer entlassen worden – quasi zur selben Stunde wie Michael Oenning beim Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV.„Natürlich würde ich gerne in Deutschland mal zeigen, was ich leisten kann“, hatte Matthäus am Wochenende via „Bild“-Zeitung verkündet, wohl ahnend, dass es mit seiner Anstellung in Bulgarien schnell zu Ende gehen würde.Die Trennung, teilte Verbandschef Borislaw Michailow in Sofia mit, sei einvernehmlich erfolgt. „Bulgarien hat unter ihm nur ärmliche Resultate erreicht, und es gibt Spannungen zwischen ihm und den Spielern“, erklärte Michailow. Unter Matthäus hatten die Bulgaren die angestrebte Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 in der Ukraine und Polen klar verpasst. Nachfolger des 50-Jährigen ist der Bulgare Michail Madanski.Michailow erklärte, dass Matthäus keine Abfindung erhält. „Ich glaube nicht, dass die Einstellung von Matthäus ein Fehler war“, meinte Michailow nach Angaben der Nachrichtenagentur BTA. „Es ging einfach nicht.“ Die Entscheidung, ihn abzulösen, sei nach einer Analyse der drei jüngsten Niederlagen getroffen worden. Dazu kämen „Skandale um die Mannschaft sowie das schlechte Klima im Team“.Zuletzt hatte sich sogar Bulgariens Ministerpräsident Bojko Borissow abfällig über den Ex-Profi von Borussia Mönchengladbach und des FC Bayern München geäußert. Es gebe auch Spannungen zwischen den Spielern und dem Trainer, sagte Michailow. „Er kann damit nicht fertig werden“, kritisierte der Verbandschef. Er bemängelte auch, dass Matthäus mehr im Ausland lebt: „Wir sind damit nicht zufrieden.“Matthäus hatte seine Trainerkarriere 2001 bei SK Rapid Wien gestartet. Über Partizan Belgrad, die Nationalmannschaft Ungarns, Atlético Paranaense (Brasilien), Red Bull Salzburg und Maccabi Netanya (Israel) landete der Weltenbummler im vergangenen Oktober in Sofia. In Deutschland hat dem früheren „Weltfußballer des Jahres“ und 150-fachen Nationalspieler noch kein Club die Verantwortung als Chefcoach zugetraut. In den Schlagzeilen stand „Loddar“ in den vergangenen Jahren dennoch regelmäßig – mit seinen Frauengeschichten.dpa