Trotz der drohenden Ausbreitung eines Magen-Darm-Infekts soll das lange Warten auf die Tabellenführung zu Ende gehen. Mit einem deutlichen Sieg über Borussia Dortmund könnte der Rekordmeister den punktgleichen Spitzenreiter aus Leverkusen ablösen und erstmals seit 55 Spieltagen wieder auf den Bundesliga-Thron zurückkehren. Um dieses Ziel nicht zu gefährden, griff Trainer Louis van Gaal zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Der Kontakt zwischen gesunden und kranken Profis wurde auf ein Minimum reduziert. „Man kann nur hoffen, dass man nichts bekommt“, sagte Nationalspieler Philipp Lahm voller Hoffnung auf die Wirksamkeit dieser Maßnahme.Das Virus kommt zur Unzeit. In Jörg Butt, Andreas Görlitz, Ivica Olic, Danijel Pranjic und Daniel van Buyten waren bereits fünf Profis betroffen. Dabei beginnen für die Bayern wichtige Wochen: Im Fernduell mit Leverkusen und Schalke ist eine Fortsetzung der Erfolgsserie von zuletzt acht Punktspiel-Siegen vonnöten. Zudem steht am Mittwoch das Champions-League-Achtelfinale gegen Florenz an. Van Gaal schwant Böses: „Wir erwarten noch mehrere Kranke. Wenn wir englische Wochen spielen, ist das einfach nicht gut.“Anders als für die Bayern hält sich die sportliche Belastung für die Titelkonkurrenz in Grenzen. Sowohl Leverkusen als auch Schalke konnten sich nicht für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren. Aus diesem Vorteil wollen die Leverkusener Kapital schlagen. Bei einem Heimerfolg über Wolfsburg wäre der Bundesliga-Startrekord des FC Bayern aus der Saison 1988/89 mit 23 Spielen ohne Niederlage nur noch eine Partie entfernt. "Ein individuell so stark besetztes Team wie Wolfsburg schlägt man nicht im Vorübergehen“, warnte Nationalkeeper René Adler.Die vermeintlich leichteste Aufgabe des Spitzentrios müssen die Schalker lösen. Vier Tage nach dem Pokalsieg beim Drittligisten Osnabrück ist Köln zu Gast. Das Team von Trainer Zvonimir Soldo gewann zwar die beiden vorigen Auswärtsspiele in Wolfsburg und Frankfurt, unterlag aber im Pokal-Viertelfinale beim Zweitligisten Augsburg. Nicht nur die Niederlage, sondern auch die Platzverweise für Petit, Adil Chihi und Lukas Podolski sorgten für Unmut. Soldo befürchtet keinen Rückschlag: „Ich glaube nicht, dass die Niederlage in Augsburg meinen Spielern einen Knacks für die Bundesliga gibt.“Nicht auszuschließen, dass nach dem 22. Spieltag endgültig alles auf einen Titel-Dreikampf hinausläuft. Schließlich muss der bereits sechs Punkte von Schalke entfernte Hamburger SV in Stuttgart antreten.Der HSV ist seit drei Partie ohne Sieg, der VfB unter der Regie von Trainer Christian Gross seit sechs Spielen ungeschlagen. Im Fall einer Niederlage würde der avisierte Platz in der Champions League für die Gäste in weitere Ferne rücken. Noch hat Trainer Bruno Labbadia die Hoffnung nicht aufgegeben: „Es sind nur Kleinigkeiten, die wir ändern müssen, um wieder Erfolg zu haben.“Eine Vorentscheidung könnte auch im Tabellenkeller fallen. Nach den Nullnummern in den Heim-„Endspielen“ gegen Mönchengladbach und Bochum steht Schlusslicht Hertha BSC mächtig unter Zugzwang. Nur ein Sieg über Mainz kann verhindern, dass der Glaube an den Klassenverbleib verloren geht. „Bisher fehlt das Gift im Abstiegskampf. Wir müssen endlich ein anderes Gesicht zeigen. Mainz darf hier kein Land sehen, die müssen wir auffressen“, sagte Kapitän Arne Friedrich.Bei dem seit zehn Spielen sieglosen Drittletzten Hannover setzt Trainer Mirko Slomka auf die Wintereinkäufe Jan Durica, Elson und Arouna Koné. Noch hat sich die Verpflichtung des Fußball-Lehrers nicht bezahlt gemacht. Das soll sich im Nordduell gegen Bremen ändern. „Wir wollen unseren Fans unbedingt etwas zeigen“, sagte Slomka voller Hoffnung auf seinen ersten Erfolg mit Hannover.dpa