Der aktuelle Besitzer, CVC Capital Partners, bestätigte am Mittwoch, dass man eine „freundliche“ Anfrage erhalten habe. „CVC würdigt die Qualität von Exor und News Corporation als potenzielle Investoren, aber jedes Investment in die Formel 1 benötigt die Zustimmung von CVC und muss zeigen, dass es im Interesse des Sports und seiner Besitzer ist“, hieß es in der Mitteilung der Investmentgruppe CVC, für die Bernie Ecclestone die Formel-1-Geschäfte führt.In einem Sport, in dem Vollgasgeben dazu gehört, formulierten beide Seiten ihre Mitteilungen mit deutlich angezogener Handbremse. Exor, dessen Präsident, Agnelli-Enkel John Elkann (35), zugleich Fiat-Präsident damit oberster Ferrari-Chef ist, und News Corporation bestätigten lediglich, dass man sich in einer „sehr frühen Phase“ befinde. Darin soll es um die Prüfung eines Konsortiums gehen, dass dann einen Langzeit-Plan im Interesse der Fans und der Beteiligten der Formel 1 formulieren soll.In der CVC-Erklärung war von einer „Vorstufe“ die Rede. Murdoch habe auch anerkannt, dass die Formel 1, deren Regelwerk in der Verantwortung des Internationalen Automobilverbandes liegt, im Privatbesitz von CVC sei und derzeit nicht zum Verkauf stehe. Es gebe keine Gewissheit, dass die Prüfung der Möglichkeiten eines Konsortiums auch zum Herantreten die aktuellen Formel-1-Besitzer führen würde, formulierten es Exor und News Corporation nicht minder vage und vorsichtig.Doch halten sich seit Wochen Gerüchte, dass Murdoch eine Übernahme plant. Mehrmals fiel auch noch der Name des reichsten Manns der Welt, des Mexikaners Carlos Slim, der bereits beim Schweizer Sauber-Rennstall eingestiegen ist. Als „Unsinn“ hatte Ecclestone, der den Wert der Königsklasse auf vier Milliarden Euro beziffert, alle Spekulationen bezeichnet. Die Tatsache, dass Murdoch und Exor nun tatsächlich an CVC herangetreten sind, spricht eine andere Sprache.Das Imperium des 80 Jahre alten Ecclestone gerät immer mehr in Gefahr. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet (Mittwoch), sollen ihn interne Ermittlungen von Bayerns Landesbank im Zusammenhang mit dem Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB an den Finanzinvestor CVC in Bedrängnis bringen.Von diesem Verkauf „scheint vor allem Ecclestone profitiert zu haben“, heißt es laut SZ in dem Bericht. Der Formel-1-Geschäftsführer war Anfang April von den Münchner Ermittlern als Beschuldigter in der Sache vernommen worden. Ecclestone hat illegale Zahlungen bisher vehement bestritten. Der frühere Bayern-LB-Vorstand Gerhard Gribkowsky soll im Zuge des Anteilsverkaufs 50 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) kassiert haben.Um viel Geld wird es in der Formel 1 auch spätestens 2012 wieder gehen, wenn das sogenannte Concorde Agreement ausläuft. Der Grundlagenvertrag regelt die Verteilung der Gelder in der Formel 1. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo forderte des Öfteren schon mehr Geld für die Teams. Sollte tatsächlich Exor mit in die Formel 1 einsteigen, dürfte man auf die Verhandlungen gespannt sein. Vor Saisonbeginn saß deren Präsident und oberster Fiat-Aufseher Elkann bei der Präsentation des Ferrari-Rennwagens mit in der ersten Reihe.Wem gehört die Formel 1?Hauptanteilseigner an der Formel 1 ist CVC Capital Partners. Die luxemburgische Investmentfirma hält 70 Prozent am Dachunternehmen Delta Topco. Die Bank JP Morgan besitzt rund 20 Prozent, Bernie Ecclestone soll auf rund 9 Prozent kommen. Weitere Anteile sollen auf Freunde und Bekannte verteilt sein. Delta Topco gehören auch das Formula One Management, die Formula One Administration und das Formula One Licensing BV an.dpa