Montag, 16. Mai 2016

Nach Verstappen-Sensation will Red Bull Mercedes ärgern

Für den vierfachen Weltmeister-Rennstall Red Bull geht es in der Formel 1 wieder bergauf. Teenager Max Verstappen sorgte am Sonntag in Barcelona für den ersten Sieg seit August 2014, als Daniel Ricciardo in Spa triumphiert hatte. Mastermind Helmut Marko sieht zwei zukünftige Weltmeister im Team und prophezeit, dass man Mercedes bald fordern werde, wenn der Motor weiter Fortschritte macht.

Max Verstappen im Kreise seines Teams nach dem Sieg in Barcelona.
Max Verstappen im Kreise seines Teams nach dem Sieg in Barcelona. - Foto: © LaPresse

Es war der erste Reigen an Sieger-Interviews, den Verstappen nach seinem Sensationstriumph in Barcelona hinter sich bringen musste – und der Youngster erledigte das mit Bravour. „Es ist ein unglaubliches Gefühl. Hier Erster zu sein, ist ein Wahnsinn. Ich habe keine Worte dafür“, verlautbarte der 18-Jährige, der offenbarte, in der Auslaufrunde vom Jubeln einen Krampf bekommen zu haben.

Die beiden Ferrari-Piloten, zwischen denen er auf dem Podium stand, seien eine gute Gesellschaft. „Kimi ist sogar noch gegen meinen Vater (Jos Verstappen; Anm.d.Red.) gefahren. Das ist sehr lustig.“

"Hat irrsinnig viele Möglichkeiten, nach vorne zu kommen"

Niki Lauda geriet über den jungen Niederländer ins Schwärmen. „Ein Mann mit so wenig Erfahrung, gerade den Führerschein gemacht, von einem Auto ins andere gesprungen, gewinnt den Grand Prix – toll“, sprach der Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams aus, was viele dachten.

„Im Moment schaut es wirklich so aus. Weil der hat ja noch irrsinnig viele Möglichkeiten, nach vorne zu kommen“, meinte Lauda auf die Frage, ob Verstappen ein künftiger Weltmeister sei. Marko ging sogar noch einen Schritt weiter. „Ich sehe zwei kommende Weltmeister bei uns. Und die sind angenehmerweise sehr lange an uns gebunden“, wollte er auch Ricciardo nicht unerwähnt lassen.

Verbesserter Motor sorgt für Leistungssteigerung

Beim Motor habe es zuletzt einen deutlichen Schub gegeben, nannte der Steirer den wohl wichtigsten Grund für die Leistungssteigerung. Und noch mehr PS sind im Anmarsch: Am Dienstag und Mittwoch wird in Barcelona das neue Update von Renault getestet, das knapp eine halbe Sekunde bringen soll. Die Premiere im Rennen ist für den Großen Preis von Kanada am 12. Juni avisiert.

Marko zeigte sich zuversichtlich, dass auch die dominanten Silberpfeile, die sich am Sonntag gegenseitig abwarfen, bald in Reichweite sein könnten. Auf den richtigen Strecken und wenn das Motor-Update in der Realität die Versprechen bestätige, „wird das passieren“, kündigte er an.

„Sobald Renault ein bisschen mehr PS in ihren Motor hineinpfaucht, im wahrsten Sinne des Wortes, kommen die. Das Auto war immer gut, das Team ist super aufgestellt. Alle Techniker dort und die Fahrer stimmen. Es hängt wirklich nur davon ab, wie der Motor funktioniert“, meinte Lauda.

Rosige Zukunft

Die Durststrecke zu überwinden – zuletzt eroberte Sebastian Vettel 2013 den Weltmeister-Titel – sei nicht einfach gewesen, so Marko. „Die Motivation war schon im ersten Jahr deutlich gesunken. Am ärgsten war das zweite Jahr mit den vielen Motorschäden. Und dann das ganze Theater, dass weder Mercedes noch Ferrari uns einen Motor geben wollte und vor allem Mercedes uns was vorgespielt hat. Aber wir antworten, das kommt schon.“

Der Ausblick in die Zukunft ist rosig. Die ab 2017 in Kraft tretenden neuen Chassis-Richtlinien legen wieder mehr Gewicht auf die Aerodynamik und die Qualitäten der Fahrer. Es kommen schnellere und breitere Autos, die schwerer zu steuern sein sollen. Das soll Red Bull in die Karten spielen, so zumindest die Hoffnung in der Erfolgsschmiede in Milton Keynes.

apa

stol