Mittwoch, 22. Juni 2016

Neuer Doping-Vorwurf gegen Schwazer: "Ungeheuerlich"

In der Nacht auf Mittwoch hat die Onlineausgabe der Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" eine Bombe platzen lassen: Alex Schwazer soll erneut positiv auf Doping getestet worden sein. Sein Anwalt Gerhard Brandstätter findet die neuen Vorwürfe "ungeheuerlich".

Alex Schwazer soll erneut positiv auf Doping getestet worden sein, berichtet die "Gazzetta" am Mittwoch.
Alex Schwazer soll erneut positiv auf Doping getestet worden sein, berichtet die "Gazzetta" am Mittwoch. - Foto: © LaPresse

Über den neuen Vorwurf hatte "Gazzetta"-Journalist Claudio Arrigoni in der Mittwoch-Aussgabe berichtet. Dort wird berichtet, der Südtiroler Geher habe zu Beginn des Jahres während der Vorbereitungen auf Rio 2016 unerlaubte Substanzen zu sich genommen.

Am 8. Mai war Alex Schwazer in den Wettkampf zurückgekehrt und hatte sich für Rio qualifiziert, nachdem er während der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in London 2012 positiv auf Epo getestet, disqualifiziert und lange gesperrt worden war.

Test zunächst negativ, dann positiv

Wie Arrigoni in seinem Bericht erklärt, sei ein Urin- und Bluttest, der am 1. Jänner dieses Jahres in Sterzing durchgeführt worden war, nachträglich positiv ausgefallen, nachdem er zunächst ein negativ Ergebnis hervorgebracht hatte.

Am 12. Mai, also nur 4 Tage nach Schwazers Qualifizierung für Rio, seien die am 1. Jänner entnommenen Proben auf Ansuchen des Weltleichtathletikverbands IAAF erneut kontrolliert worden, diesmal spezifisch auf Steroide. Dabei sei eine ungewöhnlich hohe Menge an anabolen Steroiden festgestellt worden, so Arrigoni.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA wurde von der positiv getesteten Probe in Kenntnis gesetzt, hat sich jedoch noch nicht dazu geäußert.

Die Nachricht eines positiven Doping-Tests sei laut Arrigoni um so verwunderlicher, als dass der Südtiroler Geher in den vergangenen Monaten stets von Sandro Donati begleitet worden war, einer Koryphäe im Kampf gegen Doping.

Um 18 Uhr Pressekonferenz im Parkhotel Laurin

Alex Schwazers Anwalt Gerhard Brandstätter erklärte in einer ersten Reaktion gegenüber STOL, die neuen Vorwürfe seien ungeheuerlich. "Die Sache wird natürlich bestritten", so Brandstätter. Man habe stets befürchtet, dass eine Retourkutsche kommen könnte.

Für 18 Uhr wurde eine Pressekonferenz im Parkhotel Laurin in Bozen anberaumt. Neben Alex Schwazer selbst werden auch sein Trainer, Alessandro Donati, seine Managerin Giulia Mancini und sein Anwalt Gerhard Brandstätter anwesend sein.

stol/liz

stol