Mittwoch, 01. April 2015

„Ohne Donati wäre ich wohl nicht zurückgekommen“

Alex Schwazer will zurück an die Weltspitze. 2016 will er bei Olympia in Rio an den Start gehen. Dabei weiß er einen ganz besonderen Trainer an seiner Seite: Sandro Donati ist überzeugter Kämpfer gegen Doping. „Ohne Donati“, erklärte Schwazer am Mittwoch, „wäre ich wohl nicht zurückgekommen.“

Alex Schwazer
Alex Schwazer - Foto: © LaPresse

Am Mittwoch stellten Alex Schwazer und Sandro Donati das ehrgeizige Olympia-Projekt auf einer Pressekonferenz in Rom vor.

Dass ihn Sandro Donati, italienischer Berater der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) auf diesem Weg begleitet, war Schwazer bei seiner Entscheidung für eine Rückkehr besonders wichtig: „Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass das (die Zusammenarbeit mit Donati; Anm.d.Red.) entscheidend war. Wenn man 260 bis 270 Kilometer in der Woche abspult, vielleicht gut drauf ist, und dann die Leute reden hört ‚Vielleicht ist er ja gedopt‘… das hätte ich nicht ertragen können. Aus diesem Grund habe ich an Donati gedacht“, erklärte Schwazer laut „Gazzetta dello Sport“ online.

Zusammenarbeit mit der Justiz

Sandro Donati bezeichnete die Zusammenarbeit mit Alex Schwazer als "schlüssig": Es sei zu einfach und heuchlerisch, bei einem Dopingvergehen die gesamte Schuld dem Athleten anzulasten. Im Vorfeld habe er Schwazer daher um "einige Sachen" ersucht - "im Speziellen ging's um die Zusammenarbeit mit der Justiz", zitiert die "Gazzetta" online Donati. Dies sei bereits geschehen: In der Vergangenheit hatte Schwazer mehrmals betont, er sei alleine für sein Doping verantwortlich und habe alles alleine gemacht. Nun habe der heute 30-Jährige Wichtiges zu seiner ursprünglichen Version des Doping-Vergehens ergänzt. 

 

Alex Schwazer und Sandro Donati auf der Pressekonferenz in Rom - Foto: LaPresse

 

Donati selbst hat bis zum heutigen Zeitpunkt keinen Geher betreut. Was das Training anbelange, werde man sich deshalb an Mario De Benedictis wenden, hieß es auf der Pressekonferenz. Dessen Bruder Giovanni war selbst erfolgreicher Geher und hatte 1992 in Barcelona Olympia-Bronze geholt.

Schwazer soll dabei zugesichert haben, zu jedem Zeitpunkt kontrolliert werden zu können. 

Will im Bedarfsfall in Lausanne aussagen

Natürlich Thema auf der Pressekonferenz: Carolina Kostner. Schwazer wollte laut "Gazzetta" eigentlich nicht über seine Ex-Partnerin sprechen, betonte aber, dass ihm alles Geschehene sehr leid tue. Und ergänzte: "Sollte ich in Lausanne aussagen sollen, werde ich das ohne Weiteres tun."

Wie berichtet, war über die Grödner Eiskönigin Kostner zu Beginn des Jahres eine Sperre von einem Jahr und vier Monaten verhängt worden. Sie soll ihren damaligen Freund Schwazer bei seinem Doping-Vergehen 2012 gedeckt haben. Kostner rekurrierte gegen das Urteil. Der Fall behängt nun beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne.

stol/pg

stol