Mittwoch, 21. Juni 2017

Olympia 2026 in Tirol: Mehr als ein Traum?

Wird sich Innsbruck/Tirol für die Olympischen Winterspiele 2026 bewerben? Und bekommt Bozen etwas vom Kuchen ab? Land Tirol, Stadt Innsbruck und das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) haben die Erstellung einer Machbarkeitsstudie als Grundlage für die Entscheidung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch präsentiert.

Eine Bewerbung Innsbrucks für die Olympischen Winterspielen 2026 steht im Raum.
Eine Bewerbung Innsbrucks für die Olympischen Winterspielen 2026 steht im Raum.

Im Folgenden die wichtigsten Eckpunkte:

Vollständiger Verzicht auf dauerhafte Neubauten

Während die Konzepte der jüngeren Vergangenheit im Durchschnitt nur etwa 50 Prozent der Sportstätten im Bestand nachweisen konnten, sollen mit dem vorliegenden Konzept 77 Prozent erreicht werden. Die nicht vorhandenen Sportstätten sollen lediglich temporär erstellt werden (z.B. ein Big Air in der Olympiaworld).

Die möglichen olympischen Wettkampfstätten

Tivoli Stadion Tirol, Olympiahalle, Tiroler Wasserkraft Arena, Olympiaworld, Bergiselschanze, Olympia Eiskanal Innsbruck/Igls, Snow Park Kühtai, St. Anton am Arlberg, Biathlonzentrum Hochfilzen, Nordic Arena Seefeld und Inzell in Deutschland für den Eisschnelllauf. Zwei Eishockey Hallen müssten möglicherweise außerhalb Tirols noch festgelegt werden.

Bozen kommt in der jetzigen Studie nicht vor. Nordtirols Sportlandesrat und Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) hatte im Mai 2017 noch davon gesprochen, dass man einen Teil der Eisbewerbe auch in der Bozner Eiswelle austragen könnte (STOL hat berichtet). 

Eröffnungs- und Schlussfeier

Neben dem Tivoli Stadion könnten parallel weitere Bereiche der Olympiaworld herangezogen werden. Damit wäre auch ohne eine temporäre Erweiterung des Tivoli Stadions eine ausreichende Kapazität von rund 40.000 Zuschauern zu erreichen.

Unterbringung von Athleten, Zuschauern und Offiziellen

Hier wird ähnlich wie bei den Wettkampfstätten ein dezentrales Konzept forciert. Neben einem olympischen Zentrum in der „Host City“ Innsbruck sieht das Konzept auch Unterbringungen in den externen Austragungsorten vor. Die Entwicklung des Olympischen Dorfs würde auf ein bereits bestehendes städtebauliches Projekt am Innsbrucker Frachtenbahnhof zurückgreifen.

Transport und Verkehr

In der Konzeptstudie wurde bewusst auf zusätzliche olympiabedingte Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen verzichtet. Dies könne dadurch erreicht werden, dass die maximalen Zuschauerkapazitäten der Wettkampfstätten und die damit zu erwartenden Zuschauerströme durch die Leistungsfähigkeit der bestehenden Verkehrsinfrastruktur begrenzt werden.

Finanzen

Durch die geplante Reduktion rechnen die Studienautoren mit einem Durchführungsbudget von 1,175 Milliarden Euro. Dies könne aus den Einnahmen der Spiele finanziert werden.
Ökologisch verantwortbare, sozial verträgliche und wirtschaftlich tragfähige Spiele: Dabei stehe die gesicherte Nachnutzung der bereits bestehenden Sportstätten ebenso im Vordergrund, wie die Konfliktminimierung von Naturhaushalt und Landschaftsbild sowie die Kostenreduktion.
Ein erstes Umwelt-Screening der Wettkampfstätten habe ergeben, dass das Ziel „keine naturschutzfachlich hochwertigen Bereiche zusätzlich zu nutzen oder gar zu beeinträchtigen“ erreichbar ist.

apa/stol

___________________________________

Weitere Informationen zur Machbarkeitsstudie gibt es hier. 

stol