Donnerstag, 21. Juli 2016

Olympia: Schneller, höher, ...teurer?

Das Organisationskomitee von Rio 2016 rechnet mit Kosten von knapp über 2 Milliarden Euro für die bevorstehenden Olympischen Sommerspiele. Die Gesamtkosten belaufen sich allerdings auf 10,8 Milliarden Euro.

Das OK der Olympischen Spiele von Rio plant mit Ausgaben in der Höhe von 2,06 Milliarden Euro.
Das OK der Olympischen Spiele von Rio plant mit Ausgaben in der Höhe von 2,06 Milliarden Euro. - Foto: © shutterstock

In den vergangenen Jahrzehnten sind die Budgets der Organisationskomitees (OK) von Olympischen Spielen stark gewachsen. Reichten dem OK für Tokio 1964 umgerechnet rund 56 Millionen Euro, werden für Rio 2016 rund 7,4 Milliarden Reais (2,06 Milliarden Euro) erwartet.

Rio liegt damit immerhin unter den Organisationskosten von London 2012. Aber auch diesmal werden die Kosten zum Politikum.

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Das vollständige finanzielle Ausmaß der Spiele zu berechnen und zu vergleichen, ist nicht leicht: Umstritten ist etwa, ob Investitionen in die städtische Infrastruktur einbezogen werden sollten, wenn sie ohnehin geplant waren. Die OK-Ausgaben stehen dafür schwarz auf weiß in den Abschlussberichten, nachzulesen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Addiert man stattdessen alle auf Olympia bezogenen Ausgaben, gelten die Wettkämpfe in Peking 2008 mit knapp 29 Milliarden Euro als bisher teuerste Sommerspiele – die Kosten von knapp zwei Milliarden Euro, die das OK davon verbuchte, fallen dabei kaum ins Gewicht. Rio 2016 ist im Vergleich dazu billiger: Insgesamt soll das Event diesmal 10,8 Milliarden Euro kosten, ein Großteil davon fließt in die Infrastruktur, etwa eine neue Metrolinie.

Mit der Olympischen Agenda 2020 will das IOC weg vom Gigantismus. Für Tokio 2020 zeichnen sich dennoch bereits höhere Kosten ab als geplant – von umgerechnet 13 Milliarden Euro ist die Rede. Nach Rio könnte es also doch wieder teurer werden. Dank zahlungskräftiger Sponsoren und Medienpartner sowie Touristen sind aber auch immense Einnahmen zu erwarten.

Von den Gesamtkosten der ersten Olympischen Spiele in Südamerika – gut 39 Milliarden Reais – sollen 60 Prozent vom privaten Sektor aufgebracht werden, zum Beispiel die Gelder für den Bau des Olympischen Dorfes. Der Großteil der Olympia-Milliarden floss in die Infrastruktur – alleine die Metrolinie Richtung Olympiapark soll 10 Milliarden Reais (2,5 Milliarden Euro) kosten.

Als Rio sich um die Spiele bewarb, wurde mit Kosten von nur 28,8 Milliarden Reais (7,2 Milliarden Euro) gerechnet. So teuer war am Ende in etwa die Fußball-WM 2014 in Brasilien.

apa/dpa

stol