Die Skispringerinnen müssen weiter bangen – das IOC hat die Entscheidung über seine Programm-Reform für die Olympischen Winterspiele vertagt. Die IOC-Exekutive sprach sich am Montag in Acapulco zwar für die Aufnahme von sieben Disziplinen aus, doch alle Anwärter müssen die Olympia-Tauglichkeit bei ihren nächsten Weltmeisterschaften erbringen.Erst nach ihrer zweiten WM am 25. Februar 2011 in Oslo können die Skispringerinnen auf die endgültige Zusage für eine Olympia-Premiere bei den Spielen 2014 in Sotschi hoffen. Auch die Disziplinen Ski- Halfpipe, Slopestyle für Snowboarder und Alpine, Mixed-Staffelrennen im Biathlon und Teamwettbewerbe im Rodeln und Eiskunstlaufen müssen nachsitzen. Der Teamwettbewerb der Alpinen wurde als einzige Disziplin abgelehnt.„Das ist frustrierend und tut weh. Jetzt müssen wir noch mal ein halbes Jahr warten“, sagte die deutsche Vize-Weltmeisterin Ulrike Gräßler, „so herrscht bei der WM ein Druck, dass man nicht nur seine Leistung bringen muss, sondern auch noch zeigen muss, dass Frauen Skispringen können.“ Bereits zweimal hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Springerinnen aus „technischen Gründen“ den Olympia-Start verwehrt. Es fehle die breite Basis, und die Leistungsunterschiede seien zu groß, hieß es in der offiziellen Begründung.Selbst eine Klage wegen Diskriminierung vor dem Obersten Gerichtshof Kanadas wurde vor den Vancouver-Spielen abgelehnt. Das IOC wollte eine positive Entwicklung sehen. Der Internationale Skiverband (FIS) plant von der Saison 2011/2012 an einen Weltcup für die Skispringerinnen.Die 15-köpfige IOC-Exekutive erteilte Präsident Jacques Rogge in Acapulco die Befugnis, über die Aufnahme neuer Disziplinen alleinverantwortlich entscheiden zu können. Mit dem endgültigen Ja- Wort des Belgiers ist bereits im März 2011 zu rechnen, um den Organisatoren in Sotschi möglichst viel Zeit für nötige Veränderungen ihrer Pläne zu geben.Eine olympische Frischzellenkur ist dringend nötig, wenn auch die nächste Generation erreicht werden soll. Vor allem das unterhaltsame Slopestyle, ein Abenteuerrennen auf einem Hindernisparcours, garantiert spektakuläre Bilder. „Im Programm der Winterspiele wäre noch Platz“, sagte IOC-Vize Thomas Bach, „solange keine weiteren Sportstätten gebaut werden müssen oder die Zahl der Teilnehmer nicht ins Unermessliche steigt, stehe ich Neuerungen immer positiv gegenüber.“dpa