Dienstag, 02. August 2016

Olympia-Start ungewiss – doch Schwazer fliegt trotzdem nach Rio

Alex Schwazer hebt am Samstag ab. Er nimmt den Flieger und reist zu Olympia nach Rio. Ob der Geher dort starten darf, steht allerdings nach wie vor in den Sternen.

Aus diesem Blick spricht unbedingter Wille: Alex Schwazer kämpft um seinen Olympia-Start.
Aus diesem Blick spricht unbedingter Wille: Alex Schwazer kämpft um seinen Olympia-Start. - Foto: © LaPresse

Die endgültige Entscheidung darüber fällt am Montag nächster Woche. Am 8. August wird das Internationale Sportgericht TAS/CAS den Geher und sein Team anhören. Im Mittelpunkt der Verhandlung steht Alex Schwazers positiver Doping-Test: Wie bekannt, gab Schwazer am 1. Januar dieses Jahres eine Urinprobe ab, in der später synthetisches Testosteron nachgewiesen wurde. Schwazer wurde mit einer Sperre belegt. Bleibt diese bestehen, kann er nicht an Olympia teilnehmen.

Doch für Alex Schwazer zählt eben nur das: Olympia, der Sport, der Wettkampf. „Wenn in einem Jahr die Wahrheit herauskommt, bringt mir das nichts“, betonte Schwazer noch vor ein paar Wochen. Er wolle auf der Bahn zeigen, was er könne, nicht in irgendeinem Gerichtssaal. „Ich habe Olympia schon einmal gewonnen. Und ich gewinne wieder“, stellte der 31-Jährige damals klar. „Ohne Doping.“

Voraussetzung dafür ist die Aufhebung der Sperre, ein positiver Entscheid des Sportgerichts. Schwazer selbst sieht der Entscheidung nächste Woche mit gemischten Gefühlen entgegen. „Ich weiß nicht, was ich denken soll“, gibt er am Dienstag auf seiner Facebook-Seite zu. „Die vergangenen Wochen waren voller Konfusion. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es wirklich schwierig ist, jene Balance zu halten, die es möglich macht, Olympia in dieser Situation anzugehen. Vorausgeschickt, ich darf die Spiele überhaupt antreten.“

Und: „Ich schaffe es nicht, daran zu denken, dass ich womöglich tatsächlich in Rio bin, allerdings nicht an den Start darf. Ich kann nicht glauben, dass all die Arbeit der vergangenen Monate, all die Kontrollen nichts wert waren.“

Bei der Anhörung will das Team rund um Alex Schwazer – sein Trainer Sandro Donati, seine Anwälte Gerhard Brandstätter und Thomas Tiefenbrunner sowie sein Management – die Unschuld des Gehers beweisen. „Ich danke allen, für die Entschlossenheit und für die Leidenschaft, mit der sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten“, schreibt Schwazer dazu. „Und was den Rest anbelangt… warte ich ab.“

stol

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