Freitag, 10. Juli 2015

Paragleiten extrem: Südtiroler kämpft an der Spitze mit

Unter den 33 Auserwählten, die am "Red Bull X-Alps 2015" teilnehmen, ist auch ein Südtiroler, Aaron Durogati. Der Meraner ging beim härtesten Gleitschirmrennen der Welt als potentieller Titelanwärter ins Rennen und spielt ganz vorne mit.

Beim "Red Bull X-Alps" werden etliche Höhenmeter zurückgelegt. Foto: Red Bull X-Alps 2015
Beim "Red Bull X-Alps" werden etliche Höhenmeter zurückgelegt. Foto: Red Bull X-Alps 2015 - Foto: © STOL

„Es ist ein Abenteuer und ein Wettkampf, vielleicht sogar das größte Abenteuer, das ein Paragleitpilot erleben kann“, so Aaron Durogati.

Der härteste Wettkampf der Welt

Das Red Bull X-Alps Rennen ist nicht nur irgendein Wettkampf, sondern der härteste Gleitschirmkampf der Welt. Das Adventure-Race erstreckt sich über mehrere Tage ohne Pause. Oft wird der Wettbewerb auch als „inoffizielle Weltmeisterschaft“ bezeichnet.

Durogati fliegt für Südtirol - Route im Liveticker

Als einziges hiesiges Team gingen Aaron Durogati und sein Supporter Ondrej Prochazka in das heurige Biwakrennen. Start war Sonntag. Über die Hälfte der Strecke liegt bereits hinter ihnen. Das Rennen verlief bisher gut für die beiden und sie mischen um die vorderen Plätze mit. 

 

Aaron Durogati geht im Wettkampf bis an seine Grenzen. Foto: Martin Lugger/Red Bull Content Pool

Online können Fans die Route und das aktuelle Ranking im Liveticker mitverfolgen (hier der Link).

„Ich will aufs Podest!“

Eines ist klar, Durogati lässt sich so schnell nicht unterkriegen und ist hart im Nehmen. Nicht umsonst steckt in seinem Namen das Wort "duro", das übersetzt so viel wie hart oder zäh bedeutet.

Mehrere Monate hat der Biwak-Flieger sich für den härtesten Wettkampf vorbereitet und will nun zeigen, was in ihm steckt. „Es ist mein Traum" und deshalb werde er darum kämpfen ihn zu erfüllen, denn „für einen Wettkampf, auf dem ich mich so gut vorbereitet habe, möchte ich zumindest auf das Podest“, gibt der Meraner zu.

Mit einem Rückstand von knapp 90 Kilometern auf den Drittplatzierten Sebastian Huber (Deutschland) wird das allerdings schwierig. Doch noch ist das Rennen nicht vorbei.

1.038 Kilometer von Salzburg bis nach Monaco

„Das Rennen ist sehr hart, nicht nur physisch, sondern auch psychisch“, ist sich Durogati bewusst, denn es geht ohne Pausen immer weiter.

Über 1.038 Kilometer, 10 Wendepunkte - quer durch sechs Länder - müssen die Teilnehmer des „Red Bull X-Alps 2015“ hinter sich bringen. Zwischen den höchsten Bergen Europas geht es nur mit dem Paragleiter oder zu Fuß weiter. Das Ziel ist es, von Salzburg aus über den Alpenbogen nach Monaco zu gelangen.

 

Die Route von Salzburg bis Monaco. Grün: C. Maurer auf Platz eins. Blau: A. Durogati auf Rang fünf (STAND: Freitagabend).

„Die neue Route verlangt von den Athleten ein Höchstmaß an taktischem Geschick. An vielen Stellen gibt es keine offensichtliche Flugroute und die Athleten müssen ihr Können anwenden um in der Luft zu bleiben. Wenn sie zur Landung gezwungen werden, könnten die Folgen gravierend sein“, meint Hannes Arch, Red Bull X-Alps Mastermind.

Verletzungspech in der Vorbereitung

Da heißt es, gut vorbereitet zu sein. Ein Wadenbeinbruch aber machte Durogati einen Strich durch die Rechnung. Im Oktober, mitten in der Vorbereitungszeit, brach er sich bei einer missglückten Landung das Wadenbein.

In der Szene ist er allerdings als Kämpfernatur bekannt. Trotz seiner körperlichen Einschränkung gilt er als Gefahr - nicht mehr für den Titelanwärter Christian Maurer, doch für die anderen.

 

Nicht nur mit dem Paragleiter, sondern auch zu Fuß bringt Aaron Durogati Toppleistungen. Foto: STOL

Bei seiner ersten Teilnahme vor zwei Jahren erreichte Durogate den siebten Platz. „Damals hat mich eine Fehlentscheidung in der Schweiz viel Zeit und Energie gekostet“, so der Sportler. Heuer soll es anders sein.

Ohne Luxus, einfach Wettkampf

Um leicht und schnell zu sein, wird beim Biwakflug-Wettkampf bewusst auf Luxus verzichtet. Die Sportler bekommen nur das Nötigste mit.

Alles was sie brauchen, müssen die Gleitschirmflieger selbst ständig bei sich mit transportieren. Als einzige Hilfe steht jedem Athleten ein Supporter zur Verfügung. Der Assistent darf den Piloten mit Informationen, Nahrung und Ausrüstung versorgen und dient als Bindeglied zur Rennleitung.

 

Beim härtesten Wettkampf geht es nicht nur um körperliche Topleistungen, sondern auch um strategisch kluge Züge: Aaron Durogati mit seinem Supporter Ondrej Prochazka. Foto: STOL

STOL bleibt dran, um zu erleben wie Aaron Durogati versucht, seinen Traum zu verwirklichen. 

stol/mu

stol