Diese Durststrecke soll in Brasilien endlich zu Ende gehen, für den bis zur EM 2016 gebundenen Teamchef Joachim Löw wäre es die Krönung seiner erfolgreichen Ära.Die Deutschen spazierten einmal mehr durch die Qualifikation, gaben nur beim Heim-4:4 gegen Schweden Punkte ab. Als Belohnung gab es für Löw, der schon seit Juli 2006 als Chefcoach im Amt ist, eine Vertragsverlängerung. Überbewerten darf man diesen Erfolgslauf aber nicht, bei der WM warten andere Kaliber auf Goalie Manuel Neuer und Co., zudem gibt es personell auch einige Fragezeichen.Bastian Schweinsteiger wurde rechtzeitig fit und kommt bei den Bayern wieder regelmäßig zum Einsatz, dafür könnte das Turnier für seinen kongenialen Mittelfeld-Partner Sami Khedira zu früh kommen. Der 27-jährige Real-Madrid-Akteur ist wegen seines Kreuzbandrisses seit Anfang November 2013 ohne Spielpraxis. Auch für zwei Stürmer läuft es verletzungsbedingt nicht nach Wunsch. Mario Gomez brachte es bei Fiorentina wegen einer Knieverletzung nur auf neun Serie-A-Spiele und drei Tore. Routinier Miroslav Klose musste diese Saison auch immer wieder Rückschläge einstecken. In 22 Spielen gelangen dem 35-Jährigen sieben Tore.Löw hat Klose allerdings stets die Stange gehalten, auch da er im Dress des dreifachen Weltmeisters (1954, 1974, 1990) immer wieder überzeugen konnte. Der Lazio-Rom-Angreifer ist jener Spieler mit den zweit meisten Einsätzen (131) im DFB-Team und darf sich gemeinsam mit Gerd Müller (jeweils 68 Tore) deutscher Rekord-Torschütze nennen. Spätestens bei der WM könnte er sich den alleinigen Rekord sichern. Viel wichtiger wäre allerdings wohl auch ihm der WM-Titel. Der würde auch viel Geld bringen, würde doch jeder Spieler als Prämie 300.000 Euro kassieren.Löw setzt bei seiner Kader-Zusammenstellung wohl auf Kontinuität. Mit Philipp Lahm, Per Mertesacker, Schweinsteiger, Klose und Lukas Podolski war ein Quintett schon bei der WM 2006 dabei. Wie in den letzten Jahren kommt der Großteil der DFB-Teamkicker von den beiden Ligatopteams Bayern München und Borussia Dortmund. Von den Legionären ruhen die Hoffnungen vor allem in Arsenals Mesut Özil, der in Brasilien groß aufspielen soll. Die Truppe von Löw, die im ersten Probegalopp 2014 Chile 1:0 besiegte, bekommt es bei der Endrunde in Gruppe G mit Ghana, Portugal und den USA zu tun.apa