Weil ihn Málagas Verteidiger Patrick Mtiliga am Trikot festhielt, holte er aus und traf den Dänen mit dem Ellbogen im Gesicht. Der stark blutende 28-Jährige musste mit gebrochenem Nasenbein ausgewechselt werden. Er fällt mindestens drei Wochen aus. Ronaldo sah die Rote Karte und flog vom Platz. Er wies jede Absicht von sich, doch der Jubel über den 2:0-Sieg war dahin.„Schon wieder!“, titelte am Montag die Sportzeitung „As“. Denn bereits im Dezember hatte er sich wegen einer Tätlichkeit in einer Partie gegen UD Almería im Bernabéu-Stadion einen Platzverweis eingehandelt. Damals bekam der muskelbepackte Portugiese den Spitznamen „Rambo“ verpasst. Der extrem ehrgeizige 24-Jährige sei „Engel und Dämon zugleich“, befand das Blatt nun. „Marca“ verglich ihn gar mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde, der Doppelgängerfigur aus dem Klassiker von Robert Louis Stevenson: „Dr. Cristiano und Mr. Ronaldo“ vereine das Gute und das Böse bei den „Königlichen“.Ronaldo wies jede Absicht von sich. „Ich wollte den Spieler niemals verletzen. So einer bin ich nicht.“ Er habe sich lediglich freispielen wollen. Der Portugiese reagierte vielmehr erbost und witterte eine Verschwörung. „Wer etwas von Fußball versteht weiß, dass das keine Rote Karte war. Eine Schande ist das! Ich brauche den Gegner nur zu berühren und schon werde ich bestraft“, kritisierte er. In der Kabine entschuldigte sich Ronaldo bei Mtiliga. Dieser habe anerkannt, dass es keine Absicht gewesen sei. Málagas Trainer Juan Ramón Muñiz meinte, der Platzverweise sei gerechtfertigt gewesen. Allerdings unterstellte auch er Ronaldo keine böse Absicht.Real Madrid kündigte umgehend an, die Sperre anzufechten. Sportdirektor Jorge Valdano nahm den 24-Jährigen in Schutz. „Er ist ein kämpferischer Spieler, das sollten die Schiedsrichter berücksichtigen.“ Doch nach Ansicht der Zeitung „El País“ macht die „Schlagfertigkeit“ Ronaldos den Real-Verantwortlichen durchaus sorgen. „Niemand kann ihn kontrollieren. Weder die Gegenspieler noch der Trainer.“ Auch er selbst sei dazu nicht in der Lage.Dabei hatte der Portugiese nach drei Liga-Spielen ohne Tor 70 Minuten lang seine Extraklasse auf dem Rasen bewiesen. Zuerst brachte er nach maßgerechter Hereingabe von Brasiliens Kaká die Madrilenen in der 36. Minute in Führung. 180 Sekunden später ließ er es dann richtig krachen: Aus zwanzig Metern nahm Ronaldo Maß und wuchtete den Ball ins Tor der Gäste. In der Tabelle der Primera División wahrte Real durch den Sieg den Fünf-Punkte-Rückstand auf Spitzenreiter und Titelverteidiger FC Barcelona (49 Punkte). dpa