Samstag, 12. September 2015

Roberta Vinci: "Sorry guys, but today it's my day"

"Das schönste und amüsanteste Interview, das ich je gehört habe", schwärmte die Österreicherin Barbara Schett, die seit Jahren mit dem Schweden Mats Wilander für Eurosport die großen Tennis-Turnier-Sendungen moderiert, über das pointen- und grimassenreiche Siegerinterview von Roberta Vinci nach ihrem sensationellen Halbfinalsieg bei den US Open gegen die Weltranglisten-Erste Serena Williams.

"Was? Ich war 300:1-Außenseiterin?" Roberta Vinci in ihrem außergewöhnlich amüsanten Siegerinterview.
"Was? Ich war 300:1-Außenseiterin?" Roberta Vinci in ihrem außergewöhnlich amüsanten Siegerinterview.

Traditionsgemäß werden Tennisspielerinnen und -spieler kurz nach wichtigen Siegen direkt auf dem Tennisplatz von einem Journalisten interviewt - für die Zuschauer im Stadion und fürs TV-Publikum zuhause. Nicht anders war es am Freitagabend (MEZ), als Roberta Vinci nach ihrem Überraschungssieg in New York gegen Serena Williams Rede und Antwort stellen sollte. Dieses Interview hatte es aber in sich, wie das YouTube-Video beweist.

Der Beginn des Gesprächs verzögert sich ein wenig, weil Roberta Vinci vor Rührung und Aufregung erst die Fassung wiederfinden muss. Dann schildert sie mit Worten und Gesten ihre unglaublichen Gefühle, im Finale zu stehen, Serena bezwungen zu haben - und dass sie vor dem Matchball am ganzen Körper gezittert habe.

"Der beste Moment meines Lebens"

Den ersten großen Applaus gibt es, als Vinci sagt, sie erlebe gerade "the best moment of my life", den besten Moment ihres Lebens.

Und am lustigsten wird es, als der Reporter sie darauf hinweist, dass sie in den Wettbüros als 300:1-Außenseiterin gegolten habe. Nach einem verdutzten Blick ruft sie zu ihrem Trainer: "Coach, quanto ho vinto?"

Die Vinci-Show geht weiter bei der Frage, ob sie beim Aufwachen am Morgen an einen möglichen Sieg gedacht habe: "Nein - niemals. Gegen Serena? Keine Chance", lautet die trockene Antwort.

"Schlag den Ball übers Netz und renn!"

Als das Match allmählich zu ihren Gunsten zu laufen schien, habe sie sich immer wieder aufgemuntert: "Schlag den Ball übers Netz und renn!"

Das Herzen der Zuschauer, auch der amerikanischen, hat Roberta Vinci endgültig erobert, als sie sagt: "Es tut mir leid fürs amerikanische Publikum, für Serena, für ihren verpatzten Grand Slam, aber heute ist mein Tag!"

ds

stol