Jacques Rogge hat in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa die Tür für die hochbezahlten Faustkämpfer aus dem Showgeschäft ein wenig aufgemacht. „Wir werden das prüfen. Solange unsere Regeln eingehalten werden, sind wir zufrieden“, sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Baden-Baden.Mit einer Aufnahme der boxenden Berufssportler würde das letzte olympische Tabu fallen. Rogge wies selbst darauf hin, dass mit dem Fall des Amateurparagrafen in allen anderen Profisportarten die Berufssportler längst Einzug in die Olympischen Spiele halten konnten, mit den Lionel Messis im Fußball, den Roger Federers im Tennis, den Dirk Nowitzkis im Basketball und mit den Tiger Woods bei den Spielen in Rio de Janeiro 2016. Es gilt die neue olympische Regel: Die Besten sind für Olympia gut genug.Der Anstoß für die Zulassung der besten Boxer kommt vom Internationalen Amateur-Boxverband (AIBA), der dabei ist, eine eigene Zulassungsregel für die Olympischen Spiele endgültig zu formulieren, wie es allen Verbänden seit dem olympischen Kongress 1981 in Baden-Baden zusteht. Mit dieser Regel, die vor allem die Qualifikationskriterien festlegen soll, möchte der Box-Verband den Profis ihr Olympia-Debüt in Rio de Janeiro ermöglichen. Zu den bisher bekanntgewordenen Bedingungen gehören: Drei Jahre vor den Spielen Eintritt in die Profi-Sparte der AIBA, Altersbegrenzung von 34 Jahren. Dagegen dürfte das IOC etwas haben, das Altersbegrenzungen nach oben bisher nicht geduldet hat.Für Rogge sind „besonders die Gesundheitsregeln wichtig, sie müssen eingehalten werden. Und dann geht es natürlich auch um die Antidoping-Regeln und um die Mitgliedschaft in nationalen Verbänden“. Dass der IOC-Präsident bei Erfüllung dieser Bedingungen bereit wäre, die Boxprofis zuzulassen, geht auch aus einer anderen Ankündigung hervor. Er werde sich in seiner verbleibenden Amtszeit von zwei Jahren ebenfalls „für eine weitere Aktualisierung des olympischen Wettkampfprogramms einsetzen“.dpa