Mittwoch, 13. April 2016

Russen hoffen auf Scharapowa bei Olympia trotz Doping-Suspendierung

Die Teilnahme von Maria Scharapowa am olympischen Tennis-Turnier in Rio de Janeiro bleibt für den russischen Verband trotz der Suspendierung der Olympia-Zweiten von 2012 ein Thema. „Wir hoffen sehr, dass Scharapowa bei den Olympischen Spielen antreten darf“, erklärt Verbandspräsident Schamil Tarpischtschew. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat unterdessen eine Teilamnestie für Meldonium-Dopingfälle beschlossen.

Darf Maria Scharapowa doch bei Olympia in Rio antreten?
Darf Maria Scharapowa doch bei Olympia in Rio antreten? - Foto: © APA/EPA

Scharapowa ist derzeit suspendiert. Die 28 Jahre alte ehemalige Weltranglistenerste hat nach eigenen Angaben zehn Jahre lang ein Medikament genommen, das das seit Januar verbotene Mittel Meldonium enthält. Ein Termin für eine Anhörung beim Internationalen Tennis-Verband ist noch nicht bekannt.

Scharapowa war bei den Australian Open positiv auf die verbotene Substanz getestet worden. Es handelt sich bei Meldonium um ein Herzmedikament, das auch die Regeneration verbessern soll. In den vergangenen Wochen wurde es bei zahlreichen weiteren Sportlern vor allem aus dem osteuropäischen Raum nachgewiesen. Scharapowa droht eine mehrjährige Sperre.

„Ich will meine Karriere nicht so beenden. Ich hoffe, dass ich eine weitere Chance bekomme“, hatte die 28 Jahre alte Russin nach Bekanntwerden ihres positiven Doping-Tests betont.

WADA beschließt Teilamnestie für Meldonium-Fälle vor 1. März

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat unterdessen eine Teilamnestie für Meldonium-Fälle beschlossen. Jene Athleten, die vor dem 1. März dieses Jahres positiv getestet wurden und bei denen ein Wert von weniger als einem Mikrogramm der verbotenen Substanz festgestellt wurde, hätten keine Dopingsperren zu befürchten, heißt es in einer WADA-Mitteilung vom Montag.

Das seit 1. Jänner 2016 auf der WADA-Verbotsliste stehende Herzmittel Meldonium führt laut Experten zu einer allgemeinen Leistungssteigerung. In diesem Jahr sind bereits mehr als 100 Sportler – vorwiegend aus Osteuropa – positiv auf Meldonium getestet worden. Einige davon hatten erklärt, sie hätten das nun verbotene Mittel zuletzt im Herbst 2015 eingenommen, als es noch erlaubt war.

Da Meldonium laut dem lettischen Hersteller Grindeks noch „mehrere Monate“ nach der Einnahme im Körper nachgewiesen werden kann, entschloss sich die WADA diese Woche zur Teilamnestie-Regelung. Wie viele und welche Sportler von dieser profitieren, wurde vorerst nicht bekannt. Ob Maria Scharapowa dazuzählt, wurde vorerst auch nicht mitgeteilt.

Meldonium-Doping kann im Falle eines Erstvergehens des betroffenen Sportlers mit einer Sperre bis zu vier Jahren sanktioniert werden.

apa/reuters/dpa

stol