Sonntag, 10. Januar 2016

Schreckliche Dakar-Normalität: Zuschauer stirbt bei Renn-Unfall

Die Rallye Dakar 2016 hat ihren ersten Toten. Ein Fan stirbt am Streckenrand, nachdem er vom Auto eines Teilnehmers erfasst wird. Das Rennen geht jedoch unbeirrt weiter.

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Archivbild - Foto: © APA/AFP

Das erste Todesopfer bei der Rallye Dakar 2016 nahmen die Starter des lebensgefährlichen Rennens als schreckliche Normalität hin. Den Ruhetag am Sonntag nutzte das Teilnehmerfeld ungeachtet der Ereignisse des Vortags, als ein 63-Jähriger am Streckenrand vom Auto des Franzosen Lionel Baud erfasst worden war, zur Vorbereitung auf die zweite Hälfte des umstrittenen Offroad-Abenteuers. Wie auch nach dem schweren Unfall mit zwölf Verletzten beim Prolog eine Woche zuvor nimmt die Hatz durch Argentinien und Bolivien weiter unbeirrt ihren Lauf.

Die blutige Bilanz der Dakar

Rund 70 Tote zählt die Dakar in ihrer knapp 40-jährigen Geschichte bereits. Immer wieder waren auch Fans, die dicht am Streckenrand den waghalsigen Piloten zujubelten, betroffen.

Am Samstag verlor Mitsubishi-Pilot Baud auf der siebten Etappe von der Salzwüste von Uyuni bis zum nordargentinischen Salta bei Kilometer 82 die Kontrolle über seinen Rennwagen und konnte einem Fan aus Bolivien nicht mehr ausweichen.

„Die Mediziner konnten leider nur noch den Tod der verletzten Person feststellen“, teilten die Organisatoren mit. Ermittler der Polizei sollen nun die Gründe für den Unfall untersuchen.

Schon der Dakar-Auftakt war von erschütternden Szenen überschattet worden, als die Chinesin Guo Meiling aus dem hessischen X-Raid-Team mit ihrem Mini Cooper in eine Zuschauergruppe gefahren war. Einer der Verletzten soll noch immer in einem kritischen Zustand sein, hieß es am Wochenende.

Negativschlagzeilen begleiten die Dakar damit auch bei ihrer 38. Auflage. Seit das Rennen 2009 nach Südamerika wechselte, kam in jedem Jahr mindestens ein Mensch während der Dakar ums Leben.

dpa

stol