Dienstag, 19. Juli 2016

Schwazer darf weiter hoffen: „Wir sehen das als Erfolg“

Die Nachricht aus Lausanne kam spät und überraschend: Der Internationale Sportgerichtshof schiebt seine Entscheidung im Fall Alex Schwazer gewissermaßen auf. Nächste Woche sollen der Geher und sein Trainer angehört werden. „Wir sehen das als Erfolg“, sagt Anwalt Brandstätter.

Auf dieses Duo kommen weitere arbeitsintensive, nervenaufreibende Tage zu: Erst kommende Woche wird die Entscheidung im Fall Alex Schwazer wohl fallen.
Auf dieses Duo kommen weitere arbeitsintensive, nervenaufreibende Tage zu: Erst kommende Woche wird die Entscheidung im Fall Alex Schwazer wohl fallen.

Im Fall Alex Schwazer kommt es nun zum beschleunigten Verfahren. Eine Aussetzung der Sperre im Dringlichkeitswege, die das Team rund um den Kalcher Geher erst angestrebt hatte, schmetterte das Gericht in Lausanne am Montag ab. Statt eine Entscheidung für oder gegen eine Aufhebung – und somit für oder gegen eine Teilnahme bei Olympia – zu treffen, verschob das höchste Sportgericht den Showdown gewissermaßen auf nächste Woche.

Schwazer, Donati und IAAF werden angehört

Dann sollen in Lausanne Schwazer und sein Trainer Sandro Donati angehört werden, ebenso die Gegenseite – also der Internationale Leichtathletikverband IAAF. Wie berichtet, hatte die IAAF am 8. Juli eine Sperre gegen Schwazer verhängt. Es war dies der Tag, an dem das positive Ergebnis der B-Probe bekannt geworden war.

Die Nennfrist für Rio, die am Montag ebenso ablief, wurde zudem „aufgehoben“. Wie Schwazers Anwalt Gerhard Brandstätter am Dienstagmorgen im Gespräch mit STOL mitteilte, habe das CONI, das Nationale Olympische Komitee Italiens, den Geher „unter Vorbehalt der richterlichen Entscheidung“ für Rio gemeldet.

Der Fall Alex Schwazer bleibt somit offen. Anwalt Brandstätter rechnet damit, dass die Anhörungen im Laufe der nächsten Woche in Lausanne stattfinden werden. Zu STOL sagte er am Dienstagmorgen: „Wir sehen diese Entscheidung als Erfolg. Die Anhörungen sind sicher nützlich.“

„Wir können keinen ultimativen Beweis erbringen“

Allerdings stellte Brandstätter auch klar: „Den ultimativen Beweis dafür, dass Alex etwas in die Trinkflasche gemischt wurde oder seine Dopingprobe manipuliert wurde, können wir nun, Monate später, nicht erbringen. Wir sind nicht James Bond.“ Betrachte man die Dokumentation aller bisherigen Doping-Proben allerdings logisch, könne man nicht anders, als ein Anti-Doping-Profil erkennen, betonte Brandstätter noch einmal. „Alle anderen Blut- und Urinproben sind eindeutig in Ordnung. Das war ein Attentat von außen“, sagte er.

Wie bekannt, weist das Team rund um Alex Schwazer alle Doping-Vorwürfe aufs Schärfste zurück. Schwazer, Donati, Brandstätter und Co. vermuten eine „externe Einflussnahme“.

Im Video - Schwazer: Seit 4 Jahren reiße ich mir den Arsch auf

stol

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