Mittwoch, 04. Mai 2016

Schwazer gibt am Sonntag sein Comeback – und spaltet damit Italien

Alex Schwazer will zurück. Alex Schwazer will zurück auf die Rennbahn, er will zurück zu Olympia. Nach seinem Doping-Vergehen im Jahr 2012 ist der Geher aus Kalch seit kurzem wieder Teil des italienischen Teams. Nicht alle sind darüber glücklich.

Alex Schwazer will zurück auf die Rennbahn. Doch nicht alle wollen ihn da sehen.
Alex Schwazer will zurück auf die Rennbahn. Doch nicht alle wollen ihn da sehen. - Foto: © LaPresse

Der kommende Sonntag hat es für Alex Schwazer in sich. Es ist der Tag, an dem der geständige Doping-Sünder sein Comeback im internationalen Wettkampfsport geben wird. Gleichzeitig ist es der Tag, an dem er seine erste und letzte Chance wahrnehmen will, sich für die Olympischen Sommerspiele in Rio zu qualifizieren. 50 Kilometer Gehen, 8. Mai, 9 Uhr in Rom (Wie sich Alex Schwazer auf den Tag x vorbereitet, lesen Sie in einem ausführlichen Bericht auf Sportnews.bz).

Seit wenigen Tagen nicht mehr gesperrt

Es ist erst wenige Tage her, dass Alex Schwazers Sperre nach dem Doping-Vergehen im Jahr 2012 abgelaufen ist. Am vergangenen Freitag war es soweit. Wie italienische Blätter berichten, wurde Schwazer am Dienstag wieder offiziell in die italienische Mannschaft aufgenommen.

Alex Schwazer und sein Trainer Sandro Donati. - Foto: EPA

 

Nicht jeder ist darüber glücklich: Bereits vor der Wiederaufnahme ins italienische Team hatte der italienische Hochspringer seinem Unmut online Luft gemacht: „Das ist eine Schande für Italien, sperrt ihn lebenslang.“ Und weiter: „Wir wollen ihn nicht in der Nationale.“

Giovanni Malagò, Präsident des Olympischen Komitees CONI, hatte hingegen gekontert: Schwazer sei rehabilitiert, meinte Malagò. „Wenn jemand stiehlt und es gibt einen Urteilsspruch kann dieser Jemand, nach dem Absitzen seiner Strafe, auch wieder zurück in die Freiheit und das machen, was er vor dem Vergehen gemacht hat. Das nennt man Rehabilitation. Und genau das ist mit Alex Schwazer passiert.“

Ex-Fechterin: Werde ihm nicht zujubeln

Doch damit nicht genug: Vor wenigen Stunden meldete sich über Facebook Margherita Granbassi zu Wort.

Die ehemalige Fechterin meint darin, sie könne den Ärger Tamberis nachvollziehbar. „Die meisten der Athleten sind auf seiner Seite.“ Im Spitzensport machten Kleinigkeiten den Unterschied. „Und wenn diese Kleinigkeit eben die Substanz ist, die du dir gespritzt hast, dann haben alle anderen jedes Recht, deine Art des Sportelns nicht zu respektieren.“

 

Alex Schwazer will zurück zu alten Höhen: hier beim Olympiasieg über 50 Kilometer in Peking. - Foto: EPA

 

Generell sei sie durchaus bereit, einem Menschen eine zweite Chance zu geben. Aber wenn es um Doping geht, sei sie strenger: „Es wird komisch sein, das Nationaldress mit den fünf Kreisen an Alex Schwazer zu sehen (…). Nein, ich werde ihm nicht zujubeln.“ Alex Schwazer werde für sie nie zum Verteidiger des Anti-Dopings werden. Doch: „Von seiner Geschichte können viele sicher etwas lernen.“ Von Leichtathletik und den Zeiten, die ein Geher erreichen muss, verstehe sie zwar nicht viel. Doch Alex Schwazers Zeiten seien augenscheinlich sehr gut. „Der Beweis, dass man auch ohne Abkürzung stark sein kann“, meint Granbassi.

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stol

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