Donnerstag, 11. August 2016

Schwazer: "Hatte fest daran geglaubt"

Der Geher aus Kalch spricht nach dem herben Schlag des CAS-Urteils vom Mittwoch: "Ich hatte fest daran geglaubt. Und ich war es, der darauf bestanden hat, bis hierher zu kommen.“ Und dann ergänzt er noch verbittert: „Es wäre mein letzter Wettkampf gewesen, dann hätte ich mich zurückgezogen. Und jetzt das…"

Alex Schwazer ist extrem verbittert.
Alex Schwazer ist extrem verbittert.

Alex Schwazer schüttet gegenüber der Nachrichtenagentur AGI mitten in der Nacht in seinem Hotel an der Copacabana sein Herz aus. Und dieses Interview gibt auch die Online-Ausgabe der "Gazzetta dello Sport" wieder.

Schwazer offenbart darin seinen Schmerz und die Verbitterung über seine Sperre von acht Jahren, die der Internationale Sportgerichtshof (CAS) gegen ihn verhängt hat. Diese Sperre hält er für zu tiefst ungerecht: „Ich habe darauf bestanden, mich in Brasilien dem CAS zu stellten. Ich wollte nichts unversucht lassen. Sandro (Trainer Donati, Anm.d.R.) und auch mein Anwalt Brandstätter hatten mir davon abgeraten.“

“Ich  weiß, warum so entschieden wurde"

Der Olympiasieger von 2008 hatte bis zum Ende daran geglaubt: „Ich dachte nicht, dass die Anhörung so schlecht gegangen sei. Allerdings ist von den zehn Stunden mit unseren Argumenten und Sandros Power-Point-Präsentation nichts übriggeblieben - nur eine große Verbitterung. Ich kenne die Urteilsbegründung noch nicht, aber es scheint, als hätten sie sich auf die rein technischen Dinge beschränkt. Ich hoffte, bei den olympischen Spielen mitmachen zu können und ich hatte viel geopfert: ein Jahr Arbeit und auch viele wirtschaftliche und persönliche Einschränkungen.“

“Was für Mikrodosen?”

“Hätte ich jene Mikrodosen an Testosteron eingenommen“, unterstreicht Schwazer, „hätte ich an jenem Silvesterabend nicht feiern können, hätte um 9 Uhr schlafen gehen müssen und ganz sicher keinen Alkohol konsumieren dürfen. Ich habe Zeugen, die bestätigen, dass ich erst um 4 Uhr morgens nachhause kam.“ Das Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat, so Schwazer, seine Entscheidung auf das Vorhandensein von Testosteron in Schwazers Urin begrenzt, ohne aber jene Untersuchungen zu beachten, bei denen Rechtsvertreter und Gutachter sein „absolutes Anti-Doping-Profil“ bestätigten.

Der Rückzug Schwazers

„Stellt euch vor, dass ich am Montag noch gegenüber Sandro erwähnt hatte, dass ich nach diesen Olympischen Spielen aufhören würde“, resümiert Alex Schwazer nachdenklich. „Er hingegen entgegnete mir, dass ich nach den olympischen Spielen, den Welt- und Europameisterschaften auf Triathlon umsteigen hätte können. Aber eigentlich ist Schwimmen nicht meine Stärke. Er ist einfach ein besonderer Mensch, wir haben einfach super zusammengearbeitet. Schon vor der Urteilverkündung hat er mir versichert, dass selbst, wenn ich bei den olympischen Spielen nicht antreten dürfe, hätte man zeitgleich mit dem olympischen 50-km-Bewerb ein eigenes Trainingsrennen organisieren können. Aber ich hatte abgelehnt, weil ich nicht der Art Mensch sei, der so etwas macht.“

Alex Schwazers Sperre wird mit dem 31. Dezember 2023 auslaufen. Bereits am Donnerstagnachmittag soll er nach Italien zurückkehren.

stol

stol