Montag, 18. Juli 2016

Schwazer: Immer noch keine Entscheidung aus Lausanne

Am heutigen Montag sollte der Internationale Sportgerichtshof im schweizerischen Lausanne über den Fall Alex Schwazer entscheiden. Der gesperrte Geher will unbedingt zu den Olympischen Spielen nach Rio, das Gericht ist seine letzte Hoffnung.

Alex Schwazer
Alex Schwazer - Foto: © LaPresse

Doch auch um 20 Uhr gab es noch keine Entscheidung vom Sportsgerichtshof. Das bestätigte Schwazers Anwalt Gerhard Brandstätter gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Angeblich soll ein Urteil in der kommenden Woche fallen.

Was bisher berichtet wurde:

„Es bringt nichts, wenn in einem Jahr meine Unschuld bewiesen wird“, sagte Alex Schwazer in einem Interview. „Ich will im Wettkampf zeigen, was ich kann, nicht in irgendeinem Gericht. Ich will zu Olympia.“

Im Video – Schwazer: „Ich reiße mir seit 4 Jahren den Arsch auf“

Zum zweiten Mal seit Bekanntwerden seines positiven Doping-Tests saß der Geher vergangene Woche vor versammelter Presse. Zusammen mit seinem Trainer, seiner Managerin und seinem Anwalt hatte er in eine kleine Holzhütte nahe des Sterzinger Flugplatzes gerufen. Es galt, abermals Schwazers Unschuld zu betonen. Nein, er habe dieses Mal nicht gedopt. Und ja, da habe ihm wohl jemand etwas untergejubelt.

Ohne Aufhebung der Sperre keine Chance auf Rio

Die Chance, zu Olympia nach Rio zu reisen, ist, nach all den Vorkommnissen der vergangenen Wochen, für Alex Schwazer mehr als gering. Am 8. Juli belegte ihn der Internationale Leichtathletikverband IAAF mit einer Sperre. In Schwazers Dopingprobe vom 1. Januar war synthetisches Testosteron nachgewiesen worden.

Das Team rund um den Geher geht davon aus, dass jemand anderes seine Finger im Spiel hatte, Schwazer etwas untergemischt wurde, die Probe manipuliert wurde. So weit die These. Doch nun einen Beweis dafür zu erbringen, ist, das gibt Schwazers Anwalt Gerhard Brandstätter selbst zu, zu diesem Zeitpunkt sehr schwer. Fakt ist: Wird die Sperre nicht aufgehoben, war’s das mit Olympia.

Im Video – Brandstätter: Wir erhalten anonyme Hinweise

Nachdem das nationale Antidopingtribunal sich für den Fall Schwazer „nicht zuständig“ erklärte, ruhen nun alle Hoffnungen beim Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne. Dort hat Anwalt Brandstätter am vergangenen Donnerstag Rekurs gegen die Sperre eingereicht. In einem Dringlichkeitsverfahren soll das Gericht, so hofft das Team rund um Schwazer, die Sperre aufheben.

Doch bereits die vergangene Woche zeigte, dass das nicht so einfach werden würde: Auf Nachfrage von STOL erklärte Brandstätter am Freitag, dass auch der Internationale Sportgerichtshof „an einem Dringlichkeitsbeschluss zweifle“, der Fall Alex Schwazer erst am Montag zum Thema gemacht werde.

Am selben Tag gibt der italienische Leichtathletikverband Fidal seine definitive Athletenliste für Rio ab. Ist Schwazer dann noch immer gesperrt, kann er nicht berücksichtigt werden. Der heutige Montag wird zum Tag der Entscheidung für Alex Schwazer – so oder so.

stol 

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