Dienstag, 09. August 2016

Schwazer muss weiter warten

Die Anhörung von Alex Schwazer vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) hat am Montag in einer Anwaltskanzlei von Rio de Janeiro sehr lange gedauert. Entscheidung ist aber noch keine gefallen und sie wird auch nicht so schnell fallen. Das Richterkollegium hat sich bis Freitag Bedenkzeit erbeten, obwohl eigentlich CAS-Entscheidungen innerhalb von 24 Stunden gefällt werden

Alex Schwazer vor seiner Anhörung in Rio.
Alex Schwazer vor seiner Anhörung in Rio.

Am späten Nachmittag Ortszeit (23.15 Uhr MESZ) haben Schwazer, sein Trainer Sandro Donati und seine Rechtsvertreter Gerhard Brandstätter und Thomas Tiefenbrunner  das Gebäude in der Avenida Almirante Barroso verlassen. Donati war aber ziemlich aufgebracht und knallte die Kanzleitür im 31. Stockwerk hinter sich zu.

Entscheidung erst am Freitag, dem Tag des 20-km-Bewerbs

Zunächst war davon ausgegangen worden, dass die Entscheidung innerhalb der europäischen Nacht fallen müsse. Allerdings ist gegen 2 Uhr MESZ durchgesickert, dass die Richter sich Zeit nehmen wollen bis Freitag, 12. August. Nicht die erste Verzögerung in der Causa Schwazer.

Vom CAS möchte Schwazer erwirken, dass seine vorläufige Suspendierung aufgehoben wird. Dann könnte er bei den Olympischen Spielen in Rio starten. Schwazer hatte sich beim Teamweltcup am 8. Mai in Rom für Olympia bzw. für den 50-km-Bewerb qualifiziert. Das war sein erster Wettkampf nach einer Dopingsperre von 3 Jahren und 9 Monaten.

Später hat Schwazer in La Coruna auch das Olympialimit für den 20-km-Bewerb geschafft. Dieses Rennen dürfte Schwazer aber definitiv verpassen, denn es ist für Freitag vorgesehen, genau für den Tag, bis zu dem sich die CAS-Richter Bedenkzeit erbeten haben.

Neben der Schwazer-Seite  hatte auch der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) am Montag die Gelegenheit, vor dem CAS seinen Standpunkt darzulegen. Der IAAF hatte Schwazer Anfang Juli suspendiert. Schwazer ist bekanntlich am 1. Jänner positiv auf Doping (synthetisches Testosteron) getestet worden, beteuert aber seine Unschuld.

IAAF will angeblich 8 Jahre Sperre

Laut Informationen der Online-Ausgabe der "Gazzetta dello Sport" soll der Weltverband für Schwazer eine achtjährige Sperre gefordert haben.

Wie "Dolomiten"-Sportredakteur Otto Schöpf aus Rio mitteilt, durften oder wollten weder Alex Schwazer noch sein Verteidiger Gerhard Brandstätter eine Stellungnahme abgeben über die Verhandlung. Schwazer hat sich danach zum Training zurückgezogen.

stol/ds/os

stol