Die „Gazzetta“, die im Editorial von Andrea Monti „Retten wir ihn vor sich selbst“ titelt, weist auf mehrere Ungereimtheiten in Schwazers Aussagen der vergangenen Tage hin. Innerhalb von drei Tagen habe der 27-Jährige mehrere Versionen der Geschehnisse gebracht, „er hat sich widersprochen, hat offensichtlich gelogen“, schreibt die Sporttageszeitung.Die Reise in die TürkeiVor allem die verschiedenen Versionen über die Beschaffung des Dopingmittels machten stutzig.Am 6. August habe Schwazer gegenüber der „Gazzetta“ noch angegeben, das Epo online gekauft zu haben. Auf der Pressekonferenz in Bozen dann Version Nummer zwei: Er habe das Dopingmittel in einer Apotheke in der Türkei gekauft, so Schwazer. Im Internet habe er sich über Epo und die richtige Anwendung informiert.„In der Türkei habe ich 1500 Euro in türkische Lira umgetauscht und sie dem Apotheker in Antalya gegeben“, erklärte der 27-Jährige am Mittwoch. Er habe niemandem davon erzählt.Zur Reise nach Antalya sei es im September 2011 gekommen, gespritzt habe er sich das Epo erst im Juli 2012, also ca. zehn Monate später, hatte Schwazer am Mittwoch geschildert. Für die „Gazzetta dello Sport“ ist unklar, wie Schwazer das Epo, das gekühlt werden muss, von der Türkei nach Italien gebracht hat. "Wenn Schwazer vor dem Rückflug nach Italien nicht angegeben hat, Medikamente mitzuführen, und sie im Koffer mitgenommen hat, hat er riskiert, dass das Epo in den mindestens sechs Stunden, die er von Antalya bis nach Bozen braucht, kaputt wird. Damit hätte er auch eine beträchtliche Summe Geld weggeworfen", argumentiert die Zeitung. "Hätte er die Medikamente hingegen in einer Kühltasche mitgenommen und sie offiziell deklariert, hätte er gegen das Gesetz verstoßen, das den Import von illegalen Medikamenten verbietet. Erschwerend käme in einem solchen Fall hinzu, dass er Carabiniere ist", betont die "Gazzetta".Das 20-Kilometer-RennenAuf das 20-Kilometer-Rennen habe er verzichtet, weil es ihm zu der Zeit schlecht ging, sagte Schwazer am Mittwoch auf der Pressekonferenz. Am 6. August, so die "Gazzetta", habe er jedoch erklärt: „Es stimmt nicht, dass es mir schlecht ging. Ich bin nicht angetreten, weil ich nicht mit diesem Damoklesschwert über meinem Kopf antreten wollte.“Zweifel hegt die „Gazzetta“ auch daran, ob Schwazer sein Vorhaben wirklich vor Carolina Kostner verheimlicht hat: „Wenn er wirklich alles vor seiner Freundin verstecken wollte, wieso ging er dann nach Oberstorf um sich zu dopen, wo doch Kostner dort seit 2001 trainiert?“ Bozner Staatsanwaltschaft ermitteltIndes hat die Bozner Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Gegen Alex Schwazer wird wegen Sportbetrugs ermittelt.Auch die mögliche Beteiligung Dritter wird untersucht.stol