Donnerstag, 01. September 2016

Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Beckenbauer

Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 gegen Franz Beckenbauer.

Im Visier der Ermittler: Franz Beckenbauer.
Im Visier der Ermittler: Franz Beckenbauer. - Foto: © APA/EPA

Das bestätigte die Behörde am Donnerstag. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, gegen Beckenbauer werde wegen des Verdachts auf Untreue und Geldwäsche ermittelt.

„Namens der Bundesanwaltschaft der Schweiz bestätige ich Ihnen eine andauernde Operation in diesem Kontext“, teilte die Behörde auf Anfrage mit. Die Bundesanwaltschaft kündigte noch für den Donnerstag eine Mitteilung mit weiteren Informationen an. Eine Reaktion von Beckenbauer oder seinem Management zu den Ermittlungen gab es vorerst nicht.

Ermittlungen wegen WM-Affäre 

Die Ermittlungen laufen laut „Spiegel“ im Zusammenhang mit der WM-Affäre. Im Zentrum stehen dabei zwei Zahlungen über insgesamt 6,7 Millionen Euro. Mit Hilfe des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus überwiesen Beckenbauer als damaliger OK-Chef und sein Manager Robert Schwan diese Summe 2002 zunächst über ein Konto in der Schweiz an eine Firma des früheren FIFA-Funktionärs Mohamed bin Hammam in Katar. 2005 zahlte das WM-OK die 6,7 Millionen verschleiert an Louis-Dreyfus zurück.

Welchen Zweck dieser Geldbetrag hatte, ist bisher fraglich. Auch eine Untersuchung im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes durch die Kanzlei Freshfields hatte keine endgültige Klärung gebracht. DFB-Ehrenspielführer Beckenbauer hat juristisches Fehlverhalten bisher stets von sich gewiesen.

apa/dpa

stol