Der Gruppensieg steht längst fest, über die Achtelfinal-Gegner darf schon spekuliert werden – aber das letzte Vorrundenspiel ist für den FC Bayern München alles andere als ein Schaulaufen. Basel hat noch ChancenMitten in der großen Liga-Tristesse darf der deutsche Fußball-Rekordmeister auf seiner Lieblingsbühne in der Champions League ran. Während der FC Basel am Mittwoch mit Trainer Thorsten Fink noch auf ein Weiterkommen in der Königsklasse hofft, geht es für die Münchner um Coach Louis van Gaal nach den vielen Niederlagen in der Bundesliga um Imagepflege und die weitere Suche nach dem verschüttgegangenen „mia-san-mia“-Gefühl. 800 000 Euro an UEFA-Prämien stehen zudem auf dem Spiel.„Das ist Anreiz genug, den FC Basel zu schlagen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Trotz der nationalen Krise traut der Vorstandschef seinem Club zu, „in der Champions League für Furore“ zu sorgen. Das würden die Münchner zu gerne, denn in der Liga hinken sie meilenweit hinter Herbstmeister Borussia Dortmund her. Kraft wieder statt Butt„Dadurch, dass wir jetzt wieder verloren haben, ist ein Sieg für uns ganz wichtig. Zwar nicht wichtig, um weiterzukommen, aber wichtig um einfach ein gutes Gefühl für die nächsten Spiele zu haben“, sagte Thomas Kraft, der anstelle von Stammkeeper Jörg Butt wie schon in Rom das Bayern-Tor hüten wird. Inmitten der Spekulationen um einen Wechsel des Schalkers Manuel Neuer will der 22-Jährige für sich selbst werben.Finale 2012 in Allianz Arena als ZielWenn die Münchner auf die Tabelle in der Bundesliga und dort die schon deutlich entfernten Plätze für die Königsklasse in der kommenden Saison sehen, wächst die Sorge, die Champions League zu verpassen. Das darf den Bayern in dieser Saison noch weniger passieren als sonst, denn 2012 findet das Finale in der Allianz Arena statt. Und der FC Bayern spielt dann nur in der Europa League? Undenkbar für die Club-Oberen, die aber auch das Endspiel im laufenden Wettbewerb als Ziel der Europa-Träume haben. „Ich würde das Finale auch schon sehr gern 2011 in Wembley gewinnen“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, als er bei „Sport1“ auf das Endspiel im Heimstadion im Jahr darauf angesprochen wurde.Ein Titelgewinn würde auch die sichere Qualifikation für die nächste Champions-League-Saison bedeuten, aber so etwas kann man nicht planen. Umso wichtiger ist der Angriff auf die Königsklassen- Plätze in der Liga, und dafür will sich der FC Bayern am Mittwoch Schwung holen. „Wir wollen versuchen, ein gutes Spiel zu machen und wenn möglich etwas mitzunehmen für das St. Pauli-Spiel. Auch wenn man keine Punkte für die Bundesliga gutmachen kann“, sagte Toni Kroos. „In der Champions League haben wir uns als Erster qualifiziert, in der Bundesliga ist Platz eins viel zu weit weg. Aber wir wollen das Spiel nutzen, um was anzubieten.“Während Dortmund in der Liga von Rekord zu Rekord eilt, können die Münchner vor der Achtelfinal-Auslosung am 17. Dezember wenigstens bei einer Bestmarke in Europa mit der Borussia gleichziehen. Denn die Westfalen erreichten mit fünf Siegen die bislang beste Gruppen-Bilanz einer deutschen Mannschaft in der Champions League. Hoffen auf Wiederholung der VergangenheitUnd vielleicht können die Münchner ja Hoffnung aus der Vergangenheit ziehen: Nach der WM 1974 scheiterten Franz Beckenbauer & Co. als Zehnter in der Folgesaison kläglich in der Liga – aber sie gewannen die Landesmeister-Trophäe.dpa