Nelson Piquet jr. krachte auf Anweisung von Renault in die Mauer, um durch eine Safety-Car-Phase seinem Teamkollegen Fernando Alonso den Sieg zu ermöglichen.Massa verlor WM um einen PunktDer Leidtragende der „Crashgate“-Affäre, die erst ein Jahr später nach Piquets Rauswurf publik wurde: Felipe Massa, mittlerweile Alonsos Edeldomestik bei Ferrari. Der Brasilianer war aus der Pole Position gestartet, belegte nach einem überhasteten Boxenstopp wegen des Safety Cars nur Platz 13.Die WM verlor Massa um einen Punkt an Lewis Hamilton. Nur für einige Sekunden fühlte er sich beim Saisonfinale in Sao Paulo als Weltmeister.Ganz verdaut hat Massa die Sache noch immer nicht. „Es tut mir weh, was passiert ist“, gestand der 30-Jährige. „Singapur 2008 war falsch, das Rennen war manipuliert. Das weiß auch Alonso.“ Der Spanier ist nicht unbedingt stolz auf seinen ersten von zwei Siegen im Stadtstaat. „Es ist normal, dass man darüber nachdenkt, wo man die Punkte liegengelassen hat, wenn man die WM so knapp verliert“, meinte Alonso. „Das sind aber auch andere Rennen gewesen.“ Ein Motorschaden drei Runden vor Schluss in Ungarn etwa.Briatore noch immer Alonsos BeraterFür schuldig befand der Automobil-Weltverband (FIA) 2009 auch nicht Alonso, sondern die Drahtzieher von Renault – allen voran den damaligen Teamchef Flavio Briatore. Der Italiener, pikanterweise immer noch Alonsos Berater, wurde ursprünglich lebenslang gesperrt, dürfte nach einem Gerichtsurteil samt Vergleich aber ab 2013 wieder eine offizielle Funktion in der Formel 1 ausüben.Mittlerweile ist Briatore zwar wieder hin und wieder Gast in der Königsklasse, um das Fahrerlager von Singapur machte er bisher aber einen großen Bogen, um keinen zusätzlichen Staub aufzuwirbeln. Ausgerechnet mit Ferrari haben ihn italienische Medien bereits mehrfach in Verbindung gebracht. Beide Seiten dementierten heftig. „Das ist völlig absurd“, betonte Briatore.Safety-Car-Phasen nichts ungewöhnliches in SingapurFür seinen Schützling Alonso, der ihm bei Renault 2005 und 2006 zwei WM-Titel beschert hat, sei das Traditionsrennstall dagegen perfekt. „Er passt gut zu Ferrari“, meinte Briatore in Monza. „Früher oder später muss ihm das Team aber ein konkurrenzfähiges Auto hinstellen.“ Das ist laut Ferrari für 2012 geplant. Sonst müsste Strippenzieher Briatore wohl ein zweites „Crashgate“ inszenieren.Dabei sind Safety-Car-Phasen in Singapur ohnehin vorprogrammiert. Keines der drei bisherigen Rennen ist ohne ausgekommen, insgesamt fünfmal musste der Deutsche Bernd Mayländer ausrücken. Mehr Führungsrunden als der Safety-Car-Pilot haben auf dem Straßenkurs, auf dem am Sonntag die WM-Entscheidung für Sebastian Vettel fallen könnte, nur Alonso und Hamilton absolviert.apa