Dienstag, 31. Mai 2016

Sonder-Finanzspritze für Neruda Volley

Die Landesregierung hat am Dienstag eine außerordentliche finanzielle Unterstützung in der Höhe von knapp einer halben Million Euro für den Volleyballklub Neruda Volley beschlossen. Damit stehen die Chancen gut, dass das Prunkstück des Vereins, die erste Mannschaft der Frauen, seine Tätigkeit aufrecht erhält.

Neruda Volley spielt vermutlich doch ein weiteres Jahr in der Serie A; im Bild Brayelin Martinez aus der Dominikanischen Republik, eine der auffälligsten Spielerinnen der vergangenen Saison. - Foto: Max Pattis
Neruda Volley spielt vermutlich doch ein weiteres Jahr in der Serie A; im Bild Brayelin Martinez aus der Dominikanischen Republik, eine der auffälligsten Spielerinnen der vergangenen Saison. - Foto: Max Pattis

Erst vor knapp 2 Wochen hatte der schwer enttäuschte Vereinspräsident Rudy Favretto angekündigt, die erste Mannschaft aus jeder Meisterschaft zurückzuziehen und sich auf die Jugendarbeit konzentrieren zu wollen (Sportnews.bz hat berichtet).

Favretto hatte damals unverblümt Südtirols Wirtschaft und die Öffentliche Hand kritisiert: "Die Institutionen haben ihre Unterstützung zurückgeschraubt, auch private Sponsoren waren kaum zu begeistern. Sie blicken beim Sponsoring offenbar lieber in die Nachbarprovinz. Ich musste feststellen, dass man in Südtirol nur als Eishockey- oder Fußballklub auf einem gewissen Niveau bestehen kann."

Nun hat sich das Blatt aber offensichtlich gewendet.

Doch wieder Serie A trotz Abstieg und Rückzug?

Nach einem Jahr in der Serie A der Frauen war Neruda Volley zwar im Frühling wieder abgestiegen, könnte aber aufgrund des Verzichts eines anderen Teams aber doch in der ersten Liga bleiben.

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Dienstag nach der Sitzung der Landesregierung mitgeteilt, dass das Land dem Verein etwa 400.000 bis 500.000 Euro an Förderung bzw. von öffentlichen Sponsoren wie Dachmarke und Alperia bereit stellt, damit das Team doch in erster Liga spielen kann.

Kompatscher begründete die Entscheidung mit den Leistungen des Vereins für die Jugend, dem großen Zuschauerinteresse und dem internationalen Niveau, auf dem Neruda Volley spielt.

Die Unterstützung des Landes deckt nur einen Teil des Budgets ab, das es für die Teilnahme an der ersten Liga braucht. Präsident Favretto beziffert den Bedarf mit einer Million Euro. Für den noch fehlenden Rest muss der Verein selbst aufkommen.

Favretto will alles überdenken und in ein paar Tagen entscheiden

Präsident Favretto hatte sich eigentlich eine Antwort des Landes innerhalb Ende April erwartet, wie er am Dienstagnachmittag gegenüber Sportnews.bz betonte.

Nun wolle er prüfen, ob es auch Ende Mai noch möglich sei, alle nötige Schritte und Verhandlungen mit Spielerinnen zu tun. Mit dem Verband muss geklärt werden, ob der Startplatz in der Serie A, der durch Modenas Fusion mit Piacenza frei wurde, noch immer frei ist. 

Erst wenn alle Details geklärt sind, wird feststehen, ob Neruda Volley wirklich erstklassig bleibt. 

bv/stol

stol