Freitag, 19. Januar 2018

Speed-Herren scharf auf „schärfste Abfahrt der Welt“

Wie viel vom Eis nach dem nassen Neuschnee und der Regenmengen der vergangenen Tage auf der Streif noch übrig ist, wird sich weisen. Leichter wird die Hahnenkamm-Abfahrt am morgigen Samstag (11.30 Uhr/live ORF eins) deshalb trotzdem nicht.

Am morgigen Samstag ist es endlich soweit. Wer wird auf der Streif das schärfste Rennen der Welt gewinnen?
Am morgigen Samstag ist es endlich soweit. Wer wird auf der Streif das schärfste Rennen der Welt gewinnen? - Foto: © APA

„Auf Kitzbühel freuen sich einfach alle, es ist die schärfste Abfahrt auf der Welt“, schickte ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher voraus. Daran ändern auch die schwierigen Wetterbedingungen nichts. Für Samstag sieht es laut Vorhersage ohnehin sogar ganz gut aus – kein Niederschlag und blaue Stellen sind am Himmel möglich. Wie sehr die Piste gelitten hat, ist freilich fraglich.

„Die Streif ist kein Honiglecken“, versichert Hannes Reichelt. „Da runter gibt es kein gutes Gefühl, es ist nur zum Beißen“, sagt Mayer. „Es ist so ruhig am Start, du musst dich sehr konzentrieren, das ist hier spezieller als an anderen Orten“, erzählt Feuz. „Wie viel er sich selbst zutrauen kann, muss jeder für sich selbst entscheiden“, weiß Paris. „Wenn du passiv fährst, bist da runter eher Passagier als Rennläufer“, warnt Romed Baumann.

Alle haben Respekt vor der Mausefalle

Die Abfahrer haben in Kitzbühel alle das gleiche Empfinden und das gleiche Ziel: alle haben Respekt vor Mausefalle, Steilhang und Hausbergkante, aber alle wollen sie so schnell wie möglich runter. „Wenn du im Starthaus stehst, denkst du dir, es hilft ja nichts, du musst schauen, dass du die ersten Tore gleich voll auf Zug fährst“, sagte Reichelt, der Gewinner von 2014.

2015 folgte ihm der Norweger Kjetil Jansrud nach, 2016 der Südtiroler Peter Fill und im Vorjahr zum zweiten Mal nach 2013 dessen Landsmann Dominik Paris. Reichelt hofft jedenfalls auf gute Verhältnisse und ein faires Rennen. „Wenn die Sicht gut ist, ist fast alles fahrbar.“

Horrorstürze im Jahr 2016

Dem war nicht so 2016, als Horrorstürze von ihm, Svindal und Georg Streitberger nach der Hausbergkante den Klassiker überschatteten und dieser nach 30 Läufern aus Sicherheitsgründen abgebrochen wurde. Wellen auf der Kampflinie waren wegen des flachen Lichtes nicht sichtbar gewesen, seit dem Vorjahr sorgt dort eine Flutlichtanlage für Aufhellung.

In Topform und im Hochgefühl nach dem Wengen-Sieg ist Feuz nach Kitzbühel gereist. „Ein Sieg wäre was Schönes, aber das kann man nicht erzwingen. Man muss sich konzentrieren und so fahren wie jedes Wochenende.“ Im Abfahrtsweltcup hat der Schweizer als Zweiter 58 Punkte Rückstand auf den Norweger Svindal, der auf seinen ersten Sieg in der Kitzbühel-Abfahrt noch wartet, 2014 war er Zweiter.

Innerhofer schnellster im Training

Schnellster im ersten Training auf der Originalstreif war Christof Innerhofer, der nach zwei Verletzungen seine Herangehensweise verändert hat: „Früher habe ich es mit der Brechstange versucht, aber heuer denke ich, du darfst nichts erzwingen, fahr' locker.“

apa/stol

stol