Dienstag, 26. Dezember 2017

Stefan Kraft als Jäger zur Vierschanzen-Tournee

Die Vierschanzen-Tournee fasziniert auch bei ihrer 66. Auflage. Die starken Leistungen der von Richard Freitag und Andreas Wellinger angeführten deutschen Skispringer haben das Interesse im Nachbarland nochmals gesteigert, im Start-Ort Oberstdorf ist sogar die Qualifikation am Freitag praktisch ausverkauft. Ex-Sieger Stefan Kraft fühlt sich in der Rolle des Jägers wohl.

Stefan Kraft fühlt sich in der Rolle des Jägers wohl. - Foto: APA (AFP/Archiv)
Stefan Kraft fühlt sich in der Rolle des Jägers wohl. - Foto: APA (AFP/Archiv)

Der 26-jährige Freitag kommt als 3-facher Saisonsieger und als erster deutscher Weltcup-Spitzenreiter seit Martin Schmitt vor 17 Jahren zu der deutsch-österreichischen Traditionsserie. „Der Richie ist der Top-Favorit”, wies auch Doppel-Weltmeister Kraft dem Champion von Lahti im Mixed-Bewerb die ihm nach fünf Top-2-Plätzen in Serie gebührende Rolle zu.

Norweger stark

Die Norweger um Daniel Andre Tande sind ebenfalls mannschaftlich stark und der polnische Titelverteidiger Kamil Stoch hat jüngst Konstanz auf hohem Niveau bewiesen. Die Österreicher hinkten hingegen im Olympia-Winter mit Ausnahme von Kraft bisher meist hinterher. Es gab in 7 Bewerben nur 6 Top-Ten-Platzierungen, vier davon durch Kraft - daraus resultiert nur der vierte Platz in der Nationenwertung.

Gründe für das schwache Abschneiden sind freilich auch die Verletzungen von 2 Leistungsträgern. Der 2-fache Gesamtsieger Gregor Schlierenzauer gab erst 2 Stationen vor der Tournee sein Comeback nach einer Knieverletzung und Michael Hayböck fand nach einem Bänderriss im Knöchel bisher nicht zu seiner Topform. Manuel Fettner vermochte nicht an seine starken früheren Leistungen anzuschließen.

Betreut wurden die Springer vor allem von den Stützpunkt- und Co-Trainern Andreas Widhölzl und Alexander Diess, Schlierenzauer von Stams-Coach Christoph Strickner und Harald Rodlauer. „Es war ein richtig gutes Training”, betonte Kuttin. „Ich bin überzeugt, dass wir während der Tournee Schritte nach vorne machen können.”

Kraft konnte noch keinen Saisonsieg feiern

Weltcupsieger Kraft hat in dieser Saison zwar noch nicht gewonnen („Es war noch kein perfekter Wettkampf dabei”), sich aber neuerlich inmitten der Elite positioniert. „Ich bin überzeugt, dass Stefan eine sehr gute Tournee abliefern wird. Er ist absolut ein Kandidat für einen Podestplatz”, sagte Kuttin gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.

Kraft kommt als Tagessieger von 2014 und 2016 zurück zur Schattenbergschanze in Oberstdorf. Dort hat er vor drei Jahren seinen ersten von bisher zwölf Weltcupsiegen gefeiert, wenige Wochen nach dem 53. und bisher letzten Erfolg des Rekord-Gewinners Greg Schlierenzauer.

„Ich fühle mich ready für die Tournee”, erklärte der 24-jährige Kraft und blickt dem Kräftemessen optimistisch entgegen. „Ich bin froh, dass ich wieder voll dabei bin bei der Partie. Das taugt mir irrsinnig.”

apa

stol