Nach den gestrigen schockierenden Meldungen zu möglichen Manipulationen im italienischen Fußball, dem unbedrängten Handspiel in einem meisterschaftsentscheidenden Bundesligaspiel in Österreich, geschobenen Spielen in halb Europa können einem bei bestimmten Leistungsschwankungen schon Zweifel kommen, was wohl dahinter stecken könnte.Zum Glück wird auf den heimischen Fußball weder gewettet, noch sind große wirtschaftliche Interessen dahinter, so kann man Erkenntnisse aus ungewöhnlichen statistichen Daten mit einer bestimmten Gelassenheit begegnen.Da mir aufgefallen ist, dass in den Meisterschaften von der dritten Amateurliga bis zur Oberliga nur fünf der zehn Herbstmeister den Vorsprung bis ins Ziel bringen konnten und auch sonst große Bewegungen in der Tabelle vorgekommen sind, habe ich habe mir die Leistungen zwischen der Vor- und Rückrunde genauer angeschaut. Die Unterschiede waren ausgeprägt, in einigen Fällen erklärbar durch Veränderungen der Kader, etwa in der Wechselfrist im Dezember, durch Verletzungen von Schlüsselspielern oder vereinsinterne Ereignisse, wie im Falle von Kaltern. Manchmal dürften sie aber sogar die betroffenen Vereinsführungen ratlos gemacht und ihnen ein Stirnrunzeln aufgezogen haben. Die Unterschiede zwischen der Hin- und Rückrunde waren in der Häufigkeit außergewöhnlich, sie betrafen nicht nur Mannschaften am Ende der Tabelle, wie es öfter vorkommt, sondern auch die Spitzenteams, wie schon oben angeführt. Betrachten wir also die Meisterschaften im Einzelnen, beginnend bei der Oberliga, die schon seit Wochen der Geschichte angehört. Da fällt zunächst auf, dass alle vier Spitzenmannschaften der Hinrunde in der Rückrunde weniger Punkte geholt haben. Alense um vierzehn, Salurn um zehn, sogar der Meister St. Georgen um einen weniger.Alles übertroffen hat aber der Herbstmeister Fersina, mit in etwa der gleichen Truppe wurden nicht weniger als zwanzig Punkte genüber der Vorrunde eingebüßt, nach dem Herbstmeistertitel eine Ausbeute eines Absteigers. Da wundert es mich schon, dass man nun hört, man wolle den Aufstieg in die Serie D über die Play-Off der Zweitplatzierten erreichen, das hätte man in der Meisterschaft mit mehr Entschlossenheit sicherer, billiger und einfacher haben können.Diese fehlenden Punkte sind naturgemäß an die Konkurrenz gegangen, am Tabellenende hat Comano sieben Punkte in der Rückrunde mehr geholt, trotzdem reichte es nicht, um den Abstieg zu vermeiden, wie im Übrigen auch für die anderen beiden, die schon zu Hinrunde auf diesen Plätzen standen.In der Landesliga baute Plose in der Rückrunde um sieben Punkte ab, was wie bekannt ohne ohne Auswirkungen blieb. Der FC Neugries erspielte zwar neun Punkte mehr als in der Hinrunde, diese große Verbesserung ermöglichte Tramin auf dem zweiten Platz einzuholen, um dann wieder das Entscheidungsspiel klar zu verlieren.Auf der anderen Seite schien der SSV Bruneck mit zwanzig Punkten nach der Hinrunde schon gesichert, wohl niemand erwartete oder befürchtete in der zweiten Halbserie eine Ausbeute von nur mehr sieben Punkten. Dieser Leistungseinbruch machte Latzfons/Verdings Mut und trug mit zu einer Leistungssteigerung im Fühjahr von acht Punkten bei und endete bei sich selbst im Abstieg.Vom Grund des Rückgangs der Punkteausbeute bei Kaltern im Kreis A der ersten Amateurliga wurde hier schon geschrieben. In diesem Kreis hat aber auch Riffian/Kuens in der Rückrunde zwölf Punkte weniger geholt. Der Unterschied zu Kaltern mit den 27 Punkten in der Hinrunde ist aber viel eklatanter und vor allem folgenschwerer, denn von vierzehn auf nur zwei Punkte abzubauen kommt ganz selten vor. Der Abstieg war die traurige Folge. Mehr zum Thema lesen Sie hier.