Dienstag, 23. Januar 2018

Südkoreas Präsidialamt ruft zur Einheit während Olympia auf

Nach vereinzelten Protesten gegen die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang hat Südkoreas Präsidialamt die Bevölkerung zur Einheit aufgerufen.

Südkoreas Präsidialamt ruft zur Einheit während Olympia auf.
Südkoreas Präsidialamt ruft zur Einheit während Olympia auf. - Foto: © APA/AFP

Das Büro von Präsident Moon Jae In in Seoul appellierte am Dienstag an die Bevölkerung, alle Besucher der Spiele im Februar ohne Ausnahme willkommen zu heißen. Die Regierung sei zuversichtlich, dass die Spiele zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel beitragen würden.

Es sei unverständlich, die Spiele als „Pjöngjang-Olympia“ zu bezeichnen, sagte der Sprecher Park Soo Hyun in Anspielung auf die Proteste. Pjöngjang ist die Hauptstadt Nordkoreas. Park nannte die Bemühungen der Regierung um eine Entspannung im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm durch Dialog als einen Grund für die Teilnahme des abgeschotteten Nachbarlands.

Am Montag hatten Mitglieder einer konservativen Gruppe unter anderem eine nordkoreanische Flagge vor dem Seouler Bahnhof entzündet. Die Proteste fielen mit dem Besuch einer nordkoreanischen Delegation zusammen, welche die Bedingungen für geplante Auftritte eines Orchesters des Landes im Rahmen der Winterspiele inspizierte.

Nordkorea reagierte wütend auf die Proteste. Das seien „unverzeihliche Abscheulichkeiten“ von Verrätern gewesen, erklärte die Demokratische Front für die Wiedervereinigung Koreas. Man dürfe es nicht erlauben, dass sie ungeschoren davon kämen, wurde die Organisation von den staatlichen Medien am Dienstag zitiert.

Beide Staaten hatten zuletzt unter anderem vereinbart, dass Nordkorea eine Regierungsdelegation, Athleten, ein Taekwondo-Showteam und Künstler zu den Winterspielen entsendet.

dpa

stol