Mittwoch, 02. September 2015

Südtirols Sport-Elite: ein Geldtopf - ein Ziel - ein Weg?

Sie sind einige wenige und sie sind die aussichtsreichsten Olympiateilnehmer des Landes. Die Rede ist von der Crème de la Crème der Nachwuchssportler Südtirols. Für sie soll es einen eigenen Fördertopf geben, um Chancen und Mittel gezielt aufeinander abzustimmen. Für die Umsetzung des Ganzen hat sich die Südtiroler Sporthilfe nun dem Land angetragen.

Südtirols Sport-Elite soll gesondert gefördert werden. Das Land gibt das Geld, die Sporthilfe setzt es ein?
Südtirols Sport-Elite soll gesondert gefördert werden. Das Land gibt das Geld, die Sporthilfe setzt es ein? - Foto: © shutterstock

Es war ein erstes Beschnuppern, ein Kennenlernen der neuen Sporthilfe-Führung unter dem neuen Präsidenten Giovanni Podini und dessen Vize Jochen Schenk mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und Sportlandesrätin Martha Stocker, das am Mittwoch stattfand. 

Der Klinsch ist vergessen, die neuen Ziele sind klar

Was als Antrittsbesuchs angesetzt war, wurde in der Tat zu einem "inhaltsreichen Treffen", sagt Sporthilfe-Geschäftsführer Stefan Leitner auf Nachfrage von STOL. Denn: Nachdem Stocker der Sporthilfe die finanziellen Zuwendungen von Seiten des Landes gestutzt hatte, war es zwischen ihr und der alten Führung zum Klinsch gekommen. "Doch das ist vorbei, unserer Führung ist neu und auch die finanzielle Unterstützung wurde wieder nach oben geschraubt", gibt sich Leitner zufrieden. 

Gegen ein paralleles Sporthilfe-System

Eine gute Ausgangslage also für eine künftig verstärkte Zusammenarbeit. Und genau das ist es, was die Sporthilfe-Führung anstrebt. In einem Punkt ganz besonders: der Elite-Förderung. Dabei geht es darum, dass den aussichtsreichsten Nachwuchssportlern speziell unter die Arme gegriffen werden soll.

"Wir versuchen seit einigen Jahren, das anzugehen, aber es fehlen die Ressourcen", gibt der Sporthilfe-Geschäftsführer offen zu. Nur gut also, dass man auch beim Land gerade diese Idee verfolgt. Und doch scheint es noch einen Haken zu geben. "Es macht doch keinen Sinn, wenn eine parallele Sporthilfe aufgebaut wird", spricht sich Leitner gegen einen Alleingang des Landes in der Sache aus. 

 

Die Südtiroler Sporthilfe mit Geschäftsführer Stefan Leitner und dem neuen Präsident Giovanni Podini stattete Arno Kompatscher und Martha Stocker am Mittwoch mehr als einen Antrittsbesuch ab (v.l.).

Und so unterstrich auch der neue Sporthilfe-Präsident Giovanni Podini beim Treffen mit der Landesspitze die Bereitschaft des Vereins, sich gemeinsam für die Sporttalente und deren Familien einzusetzen, "um diesen Ausnahmeathleten eine optimale Förderung zukommen zu lassen."

Die aussichtsreichsten Talente gesondert unterstützen

Dahingehend wurde unterstrichen, dass die Sporthilfe über ein Potenzial verfüge, das das Land nicht ungenützt lassen sollte. "Wir unterstützen seit jeher Leistung, indem wir den besten Jugendsportlern unter die Arme greifen", erklärt Leitner. Es gehe also nicht nur um die sozialen Aspekte, die bei der Sporthilfe zumeist in erster Linie betont würden. 

Warum die Elite-Förderung so wichtig sei und separat gespeist werden müsse, erklärt Leitner so: "Wenn ein aussichtsreicher Sportler sich auf einen so großen Wettkampf wie Olympia vorbereiten muss, dann muss er schon gut zwei Jahre zuvor beginnen, anders zu trainieren, muss sich nur noch auf diese Aufgabe konzentrieren".

Das kostet den Athleten nicht nur Zeit, sondern auch Geld, weiß der Geschäftsführer ebenso, wie die Familien der Nachwuchstalente, die zehntausende Euro in eine Sportkarriere ihrer Kinder stecken. 

Fünf bis zehn Talente werden zur Elite gehören

"Wir reden hier nicht von einem Dominik Paris, der über Sponsorengelder und dergleichen verfügt", stellt er klar. Es gehe um fünf bis zehn Ausnahmeathleten, die für den letzten Sprung nach ganz oben Unterstützung brauchen.

Dazu braucht es einen eigenen Fördertopf. Darin sind sich Land und Sporthilfe einig. 

"Außergewöhnliche Leistungen müssen honoriert werden und dies ist nur mit Hilfe des Landes möglich", sagt Podini dazu. Einen Schritt näher scheint man sich am Mittwoch auch in Sachen Umsetzung diesbezüglich gekommen zu sein. Podini, aber auch Leitner, sprachen von einem gemeinsamen Konzept, das erarbeitet werden soll, um den möglichen Olympiateilnehmern Südtirols bestens unter die Arme greifen zu können.

"Am besten wäre natürlich schon in Anbetracht von Olympia 2016 in Brasilien", so Leitner. Zeitplan in der Sache gibt es aber noch keinen. Aber immerhin einen einheitlichen Plan und ein gemeinsames Ziel. 

 stol/ker

stol