Montag, 21. September 2015

Tennis: Belgier und Briten im Davis-Cup-Endspiel

Großbritannien und Belgien bestreiten das diesjährige Finale im Tennis-Davis-Cup. Dank dem Weltranglisten-Dritten Andy Murray sind die Briten erstmals seit 1978 ins Endspiel des bedeutenden Tennis-Mannschaftswettbewerbs eingezogen. Im Finale vom 27. bis 29. November müssen sie allerdings auswärts antreten. Für die Belgier ist es das zweite Davis-Cup-Endspiel - 111 Jahre nach dem ersten.

Geschafft! Der Belgier Steve Darcis (Bildmitte) hat sein Land soeben ins Daviscup-Finale geführt.
Geschafft! Der Belgier Steve Darcis (Bildmitte) hat sein Land soeben ins Daviscup-Finale geführt. - Foto: © APA/EPA

Damals im Jahr 1904 hatten die Belgier bei ihrer einzigen Finalteilnahme ausgerechnet gegen Großbritannien 0:5 verloren. Nun gibt es die späte Chance auf Revanche.

Die Briten gewannen im Halbfinal-Duell mit Australien am Sonntag durch Murray das Einzel gegen Bernard Tomic mit 7:5, 6:3, 6:2, es war der entscheidende dritte Sieg des Teams. Zuvor hatte der frühere Wimbledon-Sieger in Glasgow gemeinsam mit seinem älteren Bruder Jamie im Doppel sowie in seinem ersten Einzel gepunktet.

Murray verheimlicht Rückenprobleme

„Für dein Land und dein Team zu gewinnen, bedeutet viel“, sagte Murray nach dem vor heimischer Kulisse in Glasgow fixierten Aufstieg. „Die Zuschauer waren unglaublich, vom ersten bis zum letzten Ball.“ Der Olympiasieger hatte sich an diesem Wochenende gar nicht gut gefühlt. „Ich hatte mit meinem Rücken Probleme. Aber ich habe versucht, es zu verheimlichen. Alle waren hier – Vater, Mutter, Ehefrau, Großmutter, Schwiegermutter, Tanten und Onkeln.“

Der letzte von insgesamt neun Davis-Cup-Titeln Großbritanniens geht auf das Jahr 1936 zurück, als der legendäre Fred Perry die Briten zum Sieg führte. Noch vor vier Jahren dümpelte das Team – damals noch ohne Andy Murray – in der Europazone II herum und schlug sich mit Gegnern wie Luxemburg, Litauen oder Tunesien. Nun führte Murray die Briten in das Finale, obwohl Daniel Evans als zweiter Einzelspieler in der Weltrangliste lediglich Platz 300 einnimmt.

Belgien besiegt Argentinien trotz 1:2-Rückstand

Die Belgier drehten am finalen Halbfinal-Tag noch einen 1:2-Rückstand gegen Argentinien. Steve Darcis machte in Brüssel mit einem 6:4, 2:6, 7:5, 7:6(3) das Weiterkommen perfekt.

Zuvor hatte David Goffin mit einem klaren 6:3, 6:2, 6:1 gegen Diego Schwartzman ausgeglichen. „Für mich war das mit Abstand der wichtigste Sieg meiner Karriere“, sagte Darcis.

Vor drei Jahren trafen die Briten ohne Murray und Belgien in Glasgow in der Europazone aufeinander, damals setzten sich die Belgier mit 4:1 durch.

apa/dpa/si/reuters

stol