Weil das Material Zelluloid leicht entflammbar ist und die Gesundheit gefährdet, führt der Weltverband ITTF zum 1. Juli einen neuen Plastikball ein.Die Umsetzung dieses Beschlusses erweist sich aber als schwierig. Es sind nur wenige Polybälle – wie der neue Ball auch genannt wird – im Umlauf.„Ich habe bisher nur ein oder zweimal den neuen Ball ausprobiert. Dabei soll bereits im Sommer in der chinesischen Superliga mit dem Plastikball gespielt werden. Die Auswirkungen kann ich deshalb schwer beurteilen“, sagte Rekord-Europameister Timo Boll.Die Produktion der neuen Bälle verläuft indessen nicht reibungslos. Neben einem Patent-Streit gibt es technische Schwierigkeiten. Die herkömmliche Zelluloidkugel besteht in der Regel aus zwei Hälften. Die Kontrolle der Naht gehört zu den wichtigsten Qualitätskriterien. „In einer Firma in China wurde versucht, den Plastikball aus einem Teil herzustellen“, berichtete Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Bei einer Herstellerfirma sollen mehrere Bälle zerbrochen sein.Der Weltverband hat inzwischen auf die Probleme der Unternehmen reagiert. So sollen bei internationalen Jugendturnieren auch in Zukunft die alten Bälle zugelassen sein. Der französische Verband lehnt den Polyball in seinen Ligen komplett ab.