Samstag, 04. Juni 2016

Tödlich verunglückter Luis Salom stürzte ins eigene Motorrad

Einen Tag nach dem tödlichen Sturz des spanischen Motorradpiloten Luis Salom haben die Verantwortlichen Details über den Unfall-Hergang bekanntgegeben.

Auch die schnell geleistete Hilfe konnte das Leben des jungen Spaniers nicht retten. Salom verstarb kurz nach der Ankunft im Krankenhaus.
Auch die schnell geleistete Hilfe konnte das Leben des jungen Spaniers nicht retten. Salom verstarb kurz nach der Ankunft im Krankenhaus. - Foto: © LaPresse

„Er ist mit dem Körper in sein eigenes Motorrad gestürzt, das vom Airfence zurückgeworfen wurde“, erklärte Carmelo Ezpeleta, Chef des Grand-Prix-Vermarkters Dorna, am Samstag auf einer Pressekonferenz auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.

Warum der 24-Jährige am Freitag die Kontrolle beim Training der Moto2 über seine Maschine verloren hatte, ist indes noch ungeklärt. Die Daten-Auswertung habe erbracht, dass Salom an einer ungewöhnlichen gebremst habe.

„Es war einfach ein sehr unglücklicher und unerklärlicher Unfall“, sagte FIM-Sicherheitschef Franco Uncini auf einer Pressekonferenz. Das Motorrad und die elektronischen Daten seien noch immer beschlagnahmt, teilte der Weltverband FIM am Samstag mit.

„Es sieht nach irgendeinem Defekt am Motorrad aus, sonst ist der Hergang schwer zu verstehen“, sagte MotoGP-Star Valentino Rossi vor dem Grand Prix an diesem Wochenende. Moto2-Fahrer Salom war am Freitag direkt vor der Tribüne der Rossi-Fans in Kurve zwölf gestürzt und in die mit Luft gefüllten Barrieren gerast.

Diese Barrieren sollen in solchen Fällen eigentlich das Schlimmste verhindern. „Doch danach wurde er von seinem Motorrad getroffen“, berichtete Rossi unter Berufung auf einen Freund, der den Unfall beobachtet hatte.

"Er war viel zu schnell"

Der portugiesische Moto2-Pilot Miguel Oliveira, der zum Zeitpunkt des Unfalls hinter Salom fuhr, sagte: „Er war viel zu schnell, aber dort ist überall Asphalt und da lässt sich das Motorrad nur schwierig verlangsamen.“

Am Morgen des zweiten Trainingstages am Samstag herrschte auf dem Cicuit de Catalunya im Fahrerlager gedrückte Stimmung. Viele Piloten, Mechaniker, Ingenieure und das Personal des spanischen WM-Promoters Dorna stammen wie Salom aus Spanien. „Ich bin am Boden zerstört, traurig und sprachlos“, twitterte MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo.

Familie sprach sich für Fortführung des GP aus

Saloms Familie sprach sich dennoch für eine Fortführung des Grand Prix aus. Die Rennleitung entschied auf Intervention etlicher Fahrer, wie bei der Formel 1 in Kurve zwölf eine Schikane einzubauen, durch die die Geschwindigkeit reduziert wird.

dpa

stol