Mit dem WM-Pokal in den Händen starteten Deutschlands Fußball-Helden nach vollendeter Titelmission in einen Party-Marathon, der erst am Dienstag vor dem Brandenburger Tor in Berlin enden soll.Ausgelassen tanzend ließen sich Kapitän Philipp Lahm und seine schwarz-rot-goldenen Mitstreiter am Sonntagabend in Rios Maracanã-Stadion von den 13.000 deutschen Fans für ihren vierten WM-Titel feiern, während aus den Lautsprechern der „Tote Hosen“-Hit „An Tagen wie diesen“ dröhnte.„Dieses tiefe Glücksgefühl wird für alle Ewigkeit bleiben“, stellte Bundestrainer Joachim Löw fest.„Irgendwann werden wir aufhören, zu feiern“„Was wir geleistet haben und wie wir geackert haben, das ist unglaublich. Das zeichnet diese Mannschaft aus. Das ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte Lahm, der um 19.04 Ortszeit aus den Händen von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff den Goldpokal entgegengenommen hatte.„Irgendwann werden wir aufhören zu feiern, aber wir werden immer wieder mit einem Grinsen aufstehen“, erklärte Manuel Neuer, der zum besten Torwart des Turniers gewählt wurde.Löw: „So viel gegeben wie noch nie“„Es war ein hartes Stück Arbeit. Die Spieler sind bis weit über ihre Grenzen gegangen und haben so viel gegeben wie noch nie, um das mitzunehmen, was sie noch nie hatten. Die Mannschaft war eine verschworene Einheit, die für den Titel gekämpft hat“, betonte Löw, der nun auf einer Stufe mit Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer steht.Bleibt Löw deutscher Trainer?Zu seiner eigenen Zukunft äußerte sich der Coach nicht konkret. Teammanager Oliver Bierhoff kündigte an, seinen Vertrag bis 2016 erfüllen zu wollen. „Und wie ich Jogi die letzten Tage und Wochen gesehen habe, gehe ich auch bei ihm davon aus“, so Bierhoff.Für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach besteht nicht der Hauch eines Zweifels: „Er wird auch in zwei Jahren Trainer sein.“Götze: „Es ist wie im Traum“Den historischen 1:0-Triumph nach Verlängerung gegen Lionel Messis Argentinier hatte vor 74 738 Zuschauern Joker Mario Götze in der 113. Minute perfekt gemacht. „Es ist wie im Traum“, sagte der Matchwinner.Er stoppte eine Flanke von André Schürrle mit der Brust und jagte den Ball in die lange Ecke. „So ein Moment ist pures Glück, pure Freude und auch Stolz“, konstatierte Niersbach, der sich an die Jubelszenen beim letzten deutschen WM-Triumph 1990 in Rom erinnert fühlte.„Es war ein Nervenspiel. Ich wurde immer besorgter“, gestand Joachim Gauck, der die Partie an der Seite von Angela Merkel verfolgte. Bundespräsident und Bundeskanzlerin ließen es sich nicht nehmen, den Weltmeistern nach dem Spiel in der Kabine persönlich zu gratulieren.Klose und das SahnehäubchenMiroslav Klose konnte derweil seine Rührung nicht verbergen und verdrückte mit seinen Zwillingen auf dem Arm ein paar Tränen. „Das ist einfach überragend. Das ist einfach das Sahnehäubchen, einfach Weltklasse“, gestand der 36-Jährige, der seine Zukunft im DFB-Trikot nach dem Finale offenließ.Der vierte WM-Titel nach 1954, 1974 und 1990 war ein historischer Triumph, da sich erstmals eine europäische Mannschaft auf dem amerikanischen Kontinent durchsetzte. „Das ist eine Sache für die Ewigkeit“, meinte Löw.300.000 Euro für jedenFür die Generation um die Kapitäne Lahm und Bastian Schweinsteiger war es die Karriere-Krönung. Für den Triumph kassiert jeder der 23 deutschen Akteure die Rekordprämie von 300 000 Euro.Am Dienstagvormittag werden die Weltmeister den „goldenen Pott“ auf der Fanmeile in der deutschen Hauptstadt präsentieren. „Wir werden mit den Fans noch eine Riesenfeier abreißen“, kündigte Schürrle an.dpa