Donnerstag, 17. September 2015

„Unglaubliches Tor“ kostete Barcelona den Sieg in Rom

Der spektakuläre Treffer von Roma-Verteidiger Alessandro Florenzi aus 55,5 Metern Entfernung war nach der mit 1:1 geendeten Champions-League-Partie zwischen AS Roma und FC Barcelona das Thema Nummer 1.

Torschütze Alessandro Florenzi (rechts) konnte sein Wahnsinnstor selbst fast nicht glauben. Die Bewunderung von Mitspielern und Fans war ihm aber sicher.
Torschütze Alessandro Florenzi (rechts) konnte sein Wahnsinnstor selbst fast nicht glauben. Die Bewunderung von Mitspielern und Fans war ihm aber sicher. - Foto: © APA/EPA

„Ein außergewöhnliches Tor, das Rom zurück ins Spiel gebracht hat“, sagte „Barca“-Trainer Luis Enrique, der seinem deutschen Torhüter Marc-Andre ter Stegen aber keinen Vorwurf machte. „Wenn man so verteidigt wie wir, geht man dieses Risiko eben ein.“

Doch für ter Stegen war die Szene, die das Stadion in der 31. Minute in Ekstase versetzte, sehr unglücklich. Roms Rechtsverteidiger Alessandro Florenzi hob den Ball kurz hinter der Mittellinie über den weit vor dem Tor stehenden Keeper hinweg.

Einen ähnlichen Treffer hatte ter Stegen bereits beim 0:4 im Supercup gegen Athletic Bilbao im August kassiert – und hatte dafür viel Kritik einstecken müssen. Der jetzige Gegentreffer dürfte für den 23-Jährigen ein erneuter Rückschlag im Duell mit dem derzeit verletzten Claudio Bravo sein und seine ohnehin wackelige Position in Barcelona nicht gerade stärken.

„Das ist eindeutig sein Fehler“, sagte Franz Beckenbauer im TV-Sender Sky. „Wer soll denn da sonst schuld sein, der liebe Gott?“ Ganz anders dagegen sah es ZDF-Experte Oliver Kahn: Er wertete den Florenzi-Treffer nicht als Torwartfehler.

Auch ter Stegens Teamkollegen verteidigten den Keeper gegen die Kritik. „Es ist kein Fehler von Marc! Es ist 100 Prozent Geschick von Florenzi. Ter Stegens Spielweise verleiht unserem Mittelfeld mehr Leben“, schrieb Abwehrspieler Gerard Pique auf Twitter.

 

 

Später schwärmte Pique dann noch einmal auf Twitter über Florenzis Tor, diesmal auf Englisch: "Das war verrückt! Als ich das Tor sah, konnte ich es nicht glauben. Einer der schönsten Treffer, die ich in meiner Karriere einstecken musste."

 

 

Beim Gegner war der Jubel über den außergewöhnlichen Treffer und den Punkt gegen den Titelverteidiger groß. „Das Tor werde ich niemals vergessen“, erklärte Florenzi. „Es war schwierig, aber es war Instinkt.“

Die „Gazzetta dello Sport“, die vor der Partie von den „Außerirdischen“ des FC Barcelona gewarnt hatte, jubelte: „Der Marsmensch ist Florenzi! Unglaubliches Tor von der Mittellinie.“

apa/dpa

stol